Ah. Uh. Aaaargh. Schredder-schredder-schredder.
Neues aus der Oldschool-Gruft. SLAUGHTERDAY aus Niedersachsen sind Fans des Schweden-Sounds der frühen 90er und versuchen möglichst genau so zu klingen wie ENTOMBED auf "Left Hand Path". Die Kopie ist technisch perfekt, aber etwas seelenlos geraten.
SLAUGHTERDAY haben’s alles drauf, sägende Riffs, jaulende Soli, grabestiefe Growls, hier und da ein schriller Schrei, alles sitzt an der richtigen Stelle, und doch wollen sich diese einzelnen Elemente nicht zu wirksamen Songs verbinden. Das Material auf "Nightmare Vortex" klingt eher wie eine Zusammenstellung von Tracks, die es nicht auf ein DISMEMBER- oder (frühes) ENTOMBED-Album geschafft haben.
"Cosmic Horror" hat noch am ehesten eine klar erkennbare Struktur und ist daher der beste Song auf dieser Scheibe. Der Rest des Materials wirkt etwas orientierungslos und kann nur stellenweise punkten. Hochwirksame Riffs werden zu oft von unaufregendem Doom-Geplätscher abgelöst, das den Songs ihre ganze Kraft nimmt. Wobei auch diese langsamen Parts teilweise sehr gut funktionieren, so in "Cult of the Dreaming Dead", unterlegt mit erhabenen Leads. Aber den meisten Songs gelingt es nicht, auf ganzer Länge zu überzeugen, geschweige denn, sich einzuprägen.
Ob man in SLAUGHTERDAY eine gelungene Hommage oder einen uninspirierten Klon sieht, hängt von der Einstellung zur Musik der Vorbilder ab. Wer von deren Sound nicht genug bekommt, für den ist "Nightmare Vortex" ein willkommener, wenn auch gering dosierter Schuss des Lieblingsstoffes. Wer allerdings DISMEMBER und GRAVE nicht besser als "ganz nett" findet: Weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen.
FAZIT: Zwei Niedersachsen, die sich etwas zu sehr darauf konzentrieren, nach frühen 90ern zu klingen. Durchweg stilsicher vorgetragen, aber austauschbar.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.12.2013
Jens Finger
Bernd Reiners
Jens Finger
Bernd Reiners
FDA Rekotz
39:34
06.12.2013