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Status Quo: Bula Quo

Stil: Classic Rock

Cover: Status Quo: Bula Quo

Das Fidschi-Hindi-Grußwort "Bula" im Titel des zigsten Albums von STATUS QUO spielt natürlich auf die 40 (!) Jahre zurückliegende Scheibe "Hello" an, der Opener "Looking Out For Caroline" auf den Hit "Caroline". davon abgesehen dient die Platte als Soundtrack zum gleichnamigen Filmklamauk, in dem sich die Musiker in bester (?) KISS-Manier selbst spielen.

Wiewohl einige der Kompositionen von außenstehenden Schreibern beigesteuert wurden, orientiert sich "Bula Quo" bei zeitgemäßem, aber nicht artifiziellen oder gar billig wirkendem Sound durchweg an der klassischen Bandphase. Abwechslung bieten QUO ebenfalls im gegebenen Rahmen, sei es mit verstärktem Harmoniegesang während "Running Inside My Head" oder durch Kinoagenten-Flair (die altbewährte chromatische Melodie im Zeichen von James Bond) in "GoGoGo". Eingängig ist so gut wie alles (selbst die Totalausfälle "Fiji Time" und "Mystery Island" mit versuchtem Tropenflair), zumal die Scheibe arg kurz ausfällt, doch aufdringlich und anbiedernd mutet nichts an. Übrigens entstanden die Lieder abzüglich der Ausnahmen im Bandgefüge eingedenk des blutjungen Trommlers Leon Cave, was für den wenig geschäftsmäßigen Charakter der Gruppe spricht.

Ein Highlight ist neben dem stiltreuen Über-Boogie "Never Leave A Friend Behind" sicherlich das etwas melancholische "All That Money" (mit nach dem Lesen der 2012 erschienenen Bandbiografie umso mehr sagendem Text), derweil sich der vorherrschende latente Pop mit jeweils hämmernden Kernmotiven ob in diesem oder jenem Song wenig bis gar nichts nimmt. Die Formkurve der Band verläuft also wenn nicht steil aufwärts, so doch zumindest gerade. Ja, und die Musiker beweisen wieder, dass sie mehr draufhaben als nur drei Akkorde, die man ihnen seit je abschätzig andichten will, beispielsweise mit dem erstaunlich saftigen "Run And Hide". Die neu eingespielten Versionen alter Songs hätten sich QUO auf der zweiten CD wie viele andere alte Herren mit ähnlichen Ambitionen schenken können, während die Live-Stücke durchaus nette Zubrote für Fans der nicht tot zu kriegenden Schunkel-Ikonen darstellen.

FAZIT: Parfitt und Rossi rocken wahrscheinlich auch noch im Afterlife um die ganze Welt. "Bula Quo" ist ungeachtet seines unernsten Hintergrundes ein substanzielles Album zumindest für die Band geworden, wobei manche Kollegen würdevoller altern, aber noch mehr ihrer Zeitgenossen mit deutlich weniger Niveau.

Punkte: 8/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 02.06.2013

Tracklist

  1. Looking Out For Caroline
  2. GoGoGo
  3. Run and Hide
  4. Running Inside My Head
  5. Mystery Island
  6. All That Money
  7. Never Leave A Friend Behind
  8. Fiji Time
  9. Bula Bula Quo (Kua Ni Lega)
  10. Living On An Island (Fiji Style)
  11. Frozen Hero
  12. Reality Cheque
  13. Rockin' All Over The World (Bula Edit)
  14. Caroline (Live)
  15. Beginning Of The End (Live)
  16. Don't Drive My Car (Live)
  17. Pictures Of Matchstick Men (Live)
  18. Whatever You Want (Live)
  19. Down Down (Live)

Besetzung

  • Bass

    John Edwards

  • Gesang

    Rick Parfitt, Francis Rossi

  • Gitarre

    Rick Parfitt, Francis Rossi

  • Keys

    Andrew Brown

  • Schlagzeug

    Leon Cave

Sonstiges

  • Label

    earMusic / Edel

  • Spieldauer

    33:44 + 42:45

  • Erscheinungsdatum

    07.06.2013

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