Wie so oft, wenn man am wenigsten erwartet, wird man angenehm überrascht. Wie im Falle von STEEL RAISER. Also, mal ehrlich, mit einem winzigen Babyschritt Abstand betrachtet: Was kann man von einer Band mit diesem Namen erwarten, allenfalls biederen, stampfenden, öden 80er-Jahre-Metal. Oder?
Falsch gedacht, „Regeneration“, das zweite Album des sizilianischen Metallkommandos bietet hochklassigen und lupenreinen Heavy Metal, der von schleppend bis schnell alle Tempostilarten beherrscht. Im Mittelpunkt steht vor allen Dingen Reibeisenstimme Alfonso Giordano, der wie eine voluminöse Mischung aus Rob Halford und Udo Dirkschneider klingt, sowohl die extrem hohen Töne wie auch die kraftvollen, tiefen Passagen beherrscht – ein klassisches Metal-Organ eben. Die Gitarrenfraktion rifft und soliert in bester Downing/Tipton-Manier, die Songs decken ein Spektrum ab, das beim Rezensenten Assoziationen mit durchaus unterschiedlichen Bands wie JUDAS PRIEST, ACCEPT und METAL CHURCH (mit David Wayne) oder auch HELSTAR, SAVATAGE und SABATON weckt.
Allerdings erreichen die Italiener noch nicht ganz die spielerische Klasse der meisten genannten Bands, was aber insofern keine große Rolle spielt, da es STELL RAISER auch gar nicht erst versuchen, sondern sich zumeist in relativ simplen und einfach nachzuvollziehenden Songstrukturen bewegen.
FAZIT: Wer sich einen Mischling aus „Painkiller“, „Objection Overruled“ und „The Dark“ verstellen kann, angereichert mit manch melodischer und eurometallischer Komponente, der wird mit „Regeneration“ nichts falsch machen.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 25.01.2013
Salvo Pizzimento
Alfonso Giordano
Gian Luca Rossi, Giuseppe Seminara
Antonio Portale
Pure Steel
43:08
25.01.2013