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Steve Earle & The Dukes (And Duchesses): The Low Highway

Stil: Country

Cover: Steve Earle & The Dukes (And Duchesses): The Low Highway

STEVE EARLE entschlackt Country-Music um ihren konservativen Tenor; bei ihm gibt es keine Beschwörung der „good ol' days“, keine Verherrlichung von Waffenbesitz und gefühlsduselige Lagerfeuer-, bzw. Truckerromantik. Highways kommen, dem Albumtitel entsprechend, zwar vor, doch EARLE & THE DUKES (AND DUCHESSES) erzählen von Einsamkeit, von Unbehaustheit, vom Leben am Rand der Gesellschaft. Von Menschen, die unsichtbar (verarmt, vergessen, aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt) durch die Straßen und Weiten ziehen, bevor sie ganz verschwinden.

Die Traurigkeit der Texte findet sich in der Musik wieder. Obwohl die DUKES (AND DUCHESSES), auch EARLEs Tourbegleiter, explizit benannt werden, klingt „The Low Highway“ über weite Strecken wie ein karges Solowerk, zartbitter und nur selten rockend („Calico County“ und die Bluegrass-Reminszenz „Warren Hellman’s Banjo“, die leicht deplatziert wirkt). EARLE und seine Band vermeiden zwar schluchzende Country-Klischees, aber besonders spannend ist die Musik nicht. Das plätschert unspektakulär – und manchmal etwas wehleidig - vor sich hin, zu selten wird das Interesse durch packende Songideen geweckt.

Die Highlights finden sich zu Beginn und am Ende; mit dem Titelsong, dem etwas heftigeren „Calico County“ und dem einprägsamen und intensiven „Remember Me“. Diese Intensität geht den restlichen Songs weitgehend ab, mitunter ertappt man sich bei einem Blick auf die Trackanzeige, ob sie tatsächlich voranschreitet. Dezente Ausnahmen sind noch das rumpelige „Pocket Full Of Rain, das ergreifend-pointierte „Invisible“, und das, gelungen Cajun-Atmosphäre verbreitende „That All You Got“, das (vermutlich) Allison Moorer als Co-Sängerin präsentiert, was eine nette Abwechslung darstellt. Hätte ruhig öfter passieren dürfen.

FAZIT: Solides, nachdenkliches, gelegentlich etwas zu sehr der innewohnenden traurigen Trostlosigkeit huldigend. Der halbwegs fidele Bluegrass-Ausreißer „Warren Hellman’s Banjo“ sorgt allerdings auch nicht unbedingt für Begeisterungsstürme. „Calico County“ schon eher. So bleibt „The Low Highway“ ein sympathisches, aber kaum mitreißendes Album.

Punkte: 9/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 15.04.2013

Tracklist

  1. The Low Highway
  2. Calico Country
  3. Burnin' It Down
  4. That All You Got
  5. Love's Gonna Blow My Way
  6. After Mardi Gras
  7. Pocket Full Of Rain
  8. Invisible
  9. Warren Hellman's Banjo
  10. Down The Road, Part 2
  11. 21st Century Blues
  12. Remember Me

Besetzung

  • Bass

    Kelly Looney

  • Gesang

    Steve Earle, Allison Moorer, Chris Masterson, Eleanore Whitmore, Kelly Looney

  • Gitarre

    Steve Earle, Allison Moorer, Chris Masterson, Eleanore Whitmore

  • Keys

    Allison Moorer

  • Schlagzeug

    Will Rigby

  • Sonstiges

    Steve Earle, Eleanore Whitmore

Sonstiges

  • Label

    New West Records/Warner

  • Spieldauer

    40:25

  • Erscheinungsdatum

    19.04.2013

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