Mr. TOTO war noch nie ein ungenießbarer Flitzefinger der Superlative, auch wenn er einen solchen heraushängen lassen könnte. Mit dem Hollywood-Komponisten C.J. Vanston ("Spinal Tap") hat er sein neues Soloalbum zu einem erstaunlicherweise vor allem textlich interessanten Album gemacht.
Ob reuig wie im Opener „Judgement Day“ und während der Westcoast-Ballade „Once Again“ oder zuversichtlich wie mit „Last Man Standing“ und dessen treibender Fortführung „Do I Stand Alone“ (stärkster Track): Der Gitarrist verarbeitet persönlichen Trubel, dem man gleichgültig gegenüberstehen darf oder nicht, denn ist ersteres der Fall, hat er immer noch eine Latte allgemeinverbindlicher Mainstream-Stücke in der Hinterhand. Lukather geizt nicht mit kraft- wie geschmackvollem Gitarrenspiel (das Fusion-Instrumental „Transition“ ist auch atmosphärisch ein Ausreißer auf der Scheibe) und ist auch längst als Sänger etabliert.
Elegant bluesig ist„Creep Motel“ ausgefallen, anzusiedeln irgendwo zwischen Chris Rea und altvertrautem AOR. Die Achtziger-Keyboards im Zart-Progger „Right The Wrong“ gedenken der eigenen Vergangenheit ebenso wie das gospelige „Rest Of The World“ (Frauenchor galore), und mit „Smile“ von Charly Chaplin ist Lukather ein überraschendes Outro gelungen, dessen Ursprung man kaum erkennt.
FAZIT: Die Zusammenarbeit mit Vanston bedingt tatsächlich, dass man sich vieles auf „Transitions“ auch als Soundtrack eines Schmachtfetzens vorstellen könnte. Steve Lukather legt hiermit ein Gitarrenhelden-freies Stück Musik mit Rock-Wurzeln vor, das dem Zeitgeist der Achtziger verhaftet ist, ohne zwanghaft nostalgisch anzumuten. Dafür bürgen wie gesagt die hörenswerten Texte.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.01.2013
Steve Lukather
Steve Lukather
Mascot / Rough Trade
45:55
18.01.2013