Ein gutes halbes Jahr nach der ernüchternden ersten Hälfte des groß angekündigten Konzeptalbums "House Of Gold & Bones" steht nun also Part 2 in den Regalen und schickt sich an, den im Vorfeld verbreiteten großspurigen Ankündigungen doch noch Taten folgen zu lassen.
Und tatsächlich, "Red City" überrascht mit düsterer Atmosphäre und Experimentierfreude. Doch die Euphorie hält nur kurz, denn bereits mit "Black John" hält erneut Ernüchterung Einzug. Generisches, uninspiriertes Songwriting nach klassischen Pop/Rock-Schemata, wie man es von gestanden Musikern wie STONE SOUR nicht erwarten würde, prägen das Geschehen. Die vermeintliche Erfolgsformel der stets gleichen Abfolge aus atmosphärischer Strophe und darauf folgendem Weichspül-Refrain samt instrumentalem Zwischenpart mit obligatorischem Solo im zweiten Drittel ist nur all zu berechenbar und funktioniert lediglich in Ausnahmefällen wie dem durchaus gelungenen "Peckinpah". Zudem darf mit "Gravesend" der typische Querverweis zu den Maskenmännern von SLIPKNOT selbstverständlich nicht fehlen.
Wirklich interessant wird es auf "House Of Gold & Bones, Part 2" immer dann, wenn sich das Quintett traut, die eigene Komfortzone zu verlassen. Sei es beim bereits angesprochenen "Red City", dem mit prägnanten Keyboard-Melodien versehenen Refrain von "'82" oder dem zusammengehörigen Doppel aus dem als Intro fungierenden "Blue Smoke" und "Do Me A Favor", das zweifelsohne das Highlight des Albums markiert.
FAZIT: Auch Part 2 von "House Of Gold & Bones" fehlt es trotz umfangreichem konzeptionellem Hintergrund über weite Strecken an musikalischer Substanz, um aus der Masse "guter" Veröffentlichungen herauszustechen, würde nicht STONE SOUR auf dem Cover prangen. Sowohl das Debüt "Stone Sour" als auch "Come What (Ever) May" bleiben nach wie vor unerreicht.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.04.2013
Rachel Bolan
Corey Taylor
Josh Rand, James Root
Roy Mayorga
Roadrunner Records
50:46
05.04.2013