„Unbreakable“ – viel plakativer kann ein Titel für eine Band wie STRATOVARIUS kaum sein, die in ihrer Karriere schon so manches Tal der Tränen durchschritten hat. Eigentlich kommt der Titel der Teaser-EP zum neuen Album „Nemesis“ ein wenig zu spät, denn nach all den Irrungen und Wirrungen der letzten Jahre mit Gitarrist Timo Tolkki hat sich das Bandgefüge schon lange wieder stabilisiert, zeigte die Formkurve in den vergangenen Jahren wieder deutlich nach oben.
Auch „Unbreakable“ zeigt die einstige Melodic-Metal-Speerspitze in ordentlicher Form. Der Song weiß zu gefallen, punktet mit lässigem Groove, knackigem Riffing – Gitarrist Matias Kupiainen hat Tolkki lange vergessen gemacht – und einer prägnanten Piano-Melodie. Der Titel zählt sicherlich nicht zur Top 10 der Band, ist aber ein netter Appetitanreger für das neue Album ohne sonderlichen Tiefgang. Wer bislang einen großen Bogen um die Finnen gemacht hat, wird durch diesen Titel sicherlich nicht animiert, direkt in den Plattenladen zu stürmen. Anders herum: Jeder, bislang die Alben am Veröffentlichungstag gekauft hat, findet hier alle Zutaten, die er zum Glücksein braucht. Auch wenn es nach so langer Zeit immer noch ein wenig verwundert, wenn Sänger Timo Kotipelto offensichtlich weder an seiner eigentümlichen englischen Aussprache noch an seiner gewöhnungsbedürftigen Phrasierung arbeitet. Aber nach so langer Zeit kann man wohl sagen – das ist eben sein Stil.
Als Bonus gibt es vier remasterte Songs von früheren Alben – ob das als Kaufgrund für diese EP ausreicht, muss jeder für sich selbst entscheiden.
FAZIT: Sammler werden „Unbreakable“ längst im Schrank stehen haben, der gelegentliche STRATOVARIUS-Hörer wird vermutlich sinnvollerweise eher auf das komplette Album warten.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 06.02.2013
Lauri Porra
Timo Kotipelto
Matias Kupiainen
Jens Johansson
Rolf Pilve
Ear Music/Edel
23:10
25.01.2013