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Nach all den Ankündigungen wollte man kaum noch daran glauben, dass die kalifornische Venice Beach-Legende um den mittlerweile ein halbes Jahrhundert alten Band(ana)kopf Mike Muir es doch noch auf die Reihe bekommen hat, ein wirklich neues SUICIDAL TENDENCIES-Album zu veröffentlichen.
Auf "13" besinnt sich die Band schlichtweg auf das, was sie am besten kann: Punk, Hardcore und Thrash in ihrer unverkennbaren Crossover-Mixtur zu praktizieren, gewürzt mit Ungestüm ("Smash It") und psychedelisch angehauchten Passagen mit typisch spätmuireskem Gesäusel ("God Only Knows Who I Am"), wie man es speziell ab "Art Of Rebellion" kennen und zu schätzen lernen wusste. Zugeständnisse an postmilleniale Entwicklungen erspart man sich hierbei, ebenso verzichtet man weitestgehend darauf, INFECTIOUS GROOVES- und CYCO MIKO-lastige Nummern auf dem dreizehnten, dreizehn Songs starken Album (nach dreizehn Jahren im Jahre 2013, um den Zahlenwahn fortzusetzen) zu verbraten. Wäre anhand der Qualität der jeweiligen Projekte nicht weiter schlimm gewesen, aber eine fast pure ST-Scheibe ist doch auch mal wieder etwas Feines...
Mit dem aktuellen Lineup - mit Rob Trujillo und Rocky George sind ja zwei der wichtigsten Stützpfeiler schon lange weggebrochen - zeigen sich Muir und Co. in erstaunlich frischer Form. Totalausfälle sind keine zu verzeichnen, die Songs knallen wie damals, es gibt keinerlei Überraschungen, man macht einfach so weiter, als hätte es nach "Freedumb" niemals eine Pause gegeben.
Der Sound der Scheibe geht auch absolut in Ordnung und ist angenehm organisch - lediglich das ein oder andere Sologitarren-Overdub klingt manchmal etwas arg hineingeklebt -, und so bekommt der Fan der Band genau das, wonach ihm dürstet. Wobei hier besonders die Neunziger-Klientel ihren Spaß haben wird.
Das einzige, was "13" allerdings fehlt, ist ein Überknaller wie auf den meisten vergangenen Alben. Kein "You Can't Bring Me Down", kein "I Saw Your Mummy (And Your Mummy Is Dead)", kein "Alone" oder dergleichen - möglicherweise wird der noch aus dieser Platte heraus wachsen, aber momentan keimen die dreizehn Pflänzchen noch gemütlich und homogen vor sich hin.
FAZIT: Man kann Comebacks, die nicht komplett in die Hose gingen, heuer ja mit der Lupe suchen, doch erfreulicherweise lässt sich das Quasi-Wiederauferstehen der SUICIDAL TENDENCIES nicht unter diesen ideellen Bruchlandungen verbuchen.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 22.04.2013
Steve Brunner
Mike Muir
Mike Clark, Dean Pleasants
Eric Moore
Suicidal Records/Soulfood
59:13
05.04.2013