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Surrender The Crown: What We Think Defines Us

Stil: Hardrock / Alternative

Cover: Surrender The Crown: What We Think Defines Us

Kein Bock auf Yankee-Pathos, aber einen modern druckvollen Grundsound mit eingängigen Songs, wie ihn Bands von der anderen Seite des großen Teiches kultiviert haben? Was dies betrifft, sind SURRENDER THE CROWN eine heiße Adresse und kommen dabei ausgerechnet aus ... dem Saarland.

Was das Kernquartett (der zweite Gitarrist wird noch als Nur-Livemann aufgeführt) aus erfahrenen Szene-Musikern auf seinem Debüt vorlegt, ist nichts weniger als international konkurrenzfähiger Zeitgeist-Metal bis -Rock im Fahrwasser von Combos wie STAIND oder DISTURBED, Major-würdig inszeniert durch Phil Hillen, der nach wie vor ein Produzenten-Geheimtipp in und über Deutschland hinaus darstellt. Die Gruppe setzt einerseits auf eingängige Refrains, doch zwischen diesen geschieht instrumental eine ganze Menge, wiewohl absolut perfekt für den Hörer-Konsens arrangiert und mit keinem Gramm Fett zu viel ausgestattet. Würden die großen Namen mit den Schlüsselstücken dieser Scheibe aufwarten - allen voran "Bleed For This", "Give Me A Name", "Open The Gates" und "Fall Like Rain" - wären ihnen Charterfolge sicher, weshalb die Labels, die SURRENDER THE CROWN jetzt verschmähen, taub sein müssen.

Aber da ist eben auch der Mehrwert, der aus "What We Think Defines Us" eben nicht zur Setzkasten-Scheibe mit gleichförmigen Klangkonstrukten für die iPhone-App macht:
"Life On Hold" erinnert leicht proggig an Dan Swanös NIGHTINGALE ohne Keyboards, wohingegen "What We Think Defines Us" und "Beautiful Ghost" als Semi-Schmachtfetzen mit Piano angereichert wurden, letzteres zudem aufgezogen als gemischtgeschlechtliches Duett. "Another Journey's End" überrascht mit Percussion und waschechtem Folk-Bezug, der von seinen Wendungen aus betrachtet leicht keltisch anmutet.

In der Ballade "Be My Conscience" wird mit subtilem Chor-"Uh" und unterfütternden Akustik-Gitarren geklotzt statt gekleckert. Die virtuosen Solos bleiben melodisch von hoher Güte, derweil "Right Now, Right Here" dieses Konzept in entschlackter Form fortführt. Prinzipiell ist das hier Pop mit harten Gitarren, aber genau so gespielt, wie man ihn im besten Fall auch im Radio hören möchte: Ohne Kitsch und Brechungen, dennoch abwechslungsreich und vor allem emotional hörbar aufrichtig - nicht zuletzt wegen der warmen Stimme von Matthias Braun, die gewaltiges Identifikationspotenzial besitzt.

FAZIT: Kurz gesagt würde sich mancher Big Player wünschen, gegenwärtig mit einer Scheibe wie "What We Think Defines Us" aufwarten zu können. SURRENDER THE CROWN begreifen einerseits die großen Gesten vor allem der US-Megaseller des vergangenen Jahrzehnts, verfügen aber andererseits bereits jetzt über so viel eigene Identität, dass sie zu keinem Zeitpunkt nach Kalkül klingen, sondern schlicht wie eine erwachsene, kompositions- und spielstarke Band. Jetzt hören und Bescheid wissen.

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.02.2013

Tracklist

  1. Give Me A Name
  2. Fall Like Rain
  3. Be My Conscience
  4. Life On Hold
  5. Light Of Day
  6. Right Now, Right Here
  7. Bleed For This
  8. What We Think Defines Us
  9. Another Journey's End
  10. Open The Gates
  11. Beautiful Ghost

Besetzung

  • Bass

    Oliver Quinten

  • Gesang

    Matthias Braun

  • Gitarre

    Patrick Meyer

  • Schlagzeug

    Ralf Gottlieb

Sonstiges

  • Label

    Eigenvertrieb

  • Spieldauer

    43:54

  • Erscheinungsdatum

    01.02.2013

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