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Surtr: Pulvis Et Umbra

Stil: Doom / Heavy Metal

Cover: Surtr: Pulvis Et Umbra

Konservatismus und Stiltreue müssen nichts Schlechtes sein, wenn das Songwriting stimmt. Diese These lässt sich auf die Metzer SURTR beziehen: zu arm oder schrullig für ein zweites U und einen eigenen Stil, aber dafür im gegebenen Rahmen deutlich weniger dröge als andere SloMo-Emporkömmlinge.

Die 2009 gegründete Gruppe begreift sich vermutlich als Nachlassverwalter oder Weiterträger (ohne Modifikationen wohlgemerkt) der Fackel, die eine Heerschar von Combos im Kollektiv entzündet hat, um ihre frühen SABBATH-Scheiben besser im Schrank stehen zu sehen. Jeff Maurers belegte Stimme bleibt in der Regel klar und lamentierend vom Ausdruck her (man denkt an REVEREND BIZARRE), der Charakter des Doom - nennen wir das Kind beim Namen - von SURTR beschwörend, aber nicht behäbig, denn die Musiker sind um Abwechslung bemüht.

Becks perkussives Drumming ("Rise Again") und der gelegentliche Orgeleinsatz unbekannten Ursprungs nimmt ebenso für das Trio ein wie der verspielte Bass und die schlichten, aber zündenden Hooks auf "Pulvis Et Umbra". Hinzu kommt die angenehme Kürze der Songs, und SURTR scheinen sich strikt zu weigern, die übliche Bildersprache des Genres anzuwenden; ein Titel wie "Sonic Doom" (positiv schräger, markanter Refrain) ist dabei ausdrücklich als verschmitzt zu deuten. Mit "Fred Karno's Army" (einziges Lied mit leichter Überlänge) und "The Call" gelingt den Musikern ein Versuch, Epik ohne selbstverliebten Kitsch zu vermitteln, wobei die Gesangsmelodie aus zweiter Hand stammt (der Rezensent grübelt noch ...)

"Rebellion" denkt die Disziplin des Stampfers ab und wartet mit stimmig gesetzen Glockenschlägen sowie Keyboard-Strings auf. Der einstweilige Ausflug in höhere Tempo-Regionen macht den Track neben der engagierten Gitarrenarbeit zum Highlight der Scheibe, bevor "The Cross" mit kurzen Growls und Super-Zeitlupe die schmutzige Seite des Genres hervorkehrt, am Ende aber zum traditionell virtuosen Jam mutiert.

Wie gesagt: Rühren in vielen Töpfen, ohne gänzlich gesichtslos zu bleiben - dies schaffen SURTR mit ihren aktuellen Songs. Ach ja: An anderer Stelle hat Maurer zumindest ein "Uh!" ergattert, als Lee Dorrian und Tom Warrior nicht aufpassten ...

FAZIT: "Pulvis Et Umbra" hat einen originelleren Titel, als die Musik klingt, die SURTR spielen, doch die Franzosen nehmen das Beste von straighten Doom-Bands wie SAINT VITUS und COUNT RAVEN und brauen daraus ein relativ variantenreiches Getränk, das den Durst nach Zähfluss dank guter Songs tatsächlich stillen kann.

Punkte: 10/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 22.03.2013

Tracklist

  1. Rise Again
  2. Three Winters Of War
  3. Sonic Doom
  4. The Call
  5. Rebellion
  6. I Am The Cross
  7. Fred Karno's Army

Besetzung

  • Bass

    Julien Kuhn

  • Gesang

    Jeff Maurer

  • Gitarre

    Jeff Maurer

  • Schlagzeug

    Régis Beck

Sonstiges

  • Label

    Altsphere / TWS

  • Spieldauer

    41:49

  • Erscheinungsdatum

    15.03.2013

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