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Syzygy: Live In Concert: A Glorious Disturbance

Stil: Retro-Prog, live und ohne doppelten Boden

Cover: Syzygy: Live In Concert: A Glorious Disturbance

„Laterne, Laterne – Sonne, Mond und Sterne“, ein ähnliches Kinderlied muss es wohl auch in Amerika geben. Nur dass sich die Sterne dabei verflüchtigen und an deren Stelle die Erde auftaucht. Denn genau nach dieser Konstellation – nämlich dem Winkel, in dem Sonne, Mond und Erde zueinanderstehen – hat sich die progressive Rockband SYZYGY aus Amerika benannt, die zu Unrecht in Deutschland bisher irgendwie im progrockenden Bermuda-Dreieck untergegangen ist, auch wenn sie durchaus auf dem Niveau von SPOCK'S BEARD anzusiedeln ist. Wir standen wohl in Good Old Germany doch mehr auf Raumschiff Enterprise als auf popelige Kinderlieder. Doch damit ist jetzt Schluss, denn was uns hier im dicken Digi-Pack über den großen Teich entgegengeflattert kommt, hat wirklich volle Aufmerksamkeit bei allen Freunden guten Retro-Progs verdient. Und wenn man sich die Konzert-DVD sowie den Audio-Konzertmitschnitt angehört bzw. gesehen hat, wird man schnell verstehen, warum ein STEVE HACKETT und ein PATRICK MORAZ von SYZYGY begeistert sind.

Hier stehen keine jungen Hasen, sondern „alte Säcke“ auf der Bühne, die von ihrem Musikgeschäft nicht nur theoretisch Ahnung, sondern auch praktisch eine hohe Begabung haben.
Hier hüpfen keine auf jung getrimmten Musik-Spasten über die Bretter, sondern ein paar Musiker mit viel Gefühl für treibende Rhythmen, denen ihre progressive Instrumentbeherrschung deutlich mehr wert ist, als affektiertes Gehopse.
Hier gibt’s einen Sänger, der wie der Zwillingsbruder von DAVID COVERDALE klingt – und zwar nicht nur dann, wenn er gerade „Burn“ von DEEP PURPLE covert.
Hier gibt’s keine großen Worte (wie Ansagen oder Bandvorstellungen während des Konzerts), dafür aber großartige Musik zu hören, die sich im Umfeld von ELP, DEEP PURPLE, YES, GENTLE GIANT und UK bewegt.
Hier glaubt man sogar beim Hören von „The Sea“ (Meinem persönlichen Highlight, das leider nicht auf der Audio-CD enthalten ist!) sich mitten in einem SPOCK'S BEARD-Konzert zu befinden, in dem endlich mal wieder „The Light“ in seiner Komplettfassung gespielt wird: komplex, melodiös, berauschend, experimentell, elektrifiziert, akustisch und ausgelassen voller überraschender Wechsel, solistischen Ausflügen und Satzgesängen.
Hier sind Ton (5.1. Dolby Digital) und Bild in ausgezeichneter Qualität und stimmig.
Hier gibt es jede Menge Liebe zum Detail – eine Liebe, die sich auf den hörenden Betrachter oder, je nach Blickwinkel, betrachtenden Hörer sofort überträgt.
Hier gibt’s auch noch eine zweite DVD, die sich dann völlig dem Wort hingibt – und zwar in Form von Interviews mit den Musikern und einem „Runden-Tisch-Gespräch“, bei dem so viel Harmonie verbreitet wird, dass einem beinahe schwindelig wird.

FAZIT: Eine gelungene Auswahl von zwei Konzertmitschnitten aus den Jahren 2009 und 2010, die uns eine amerikanische Retro-Prog-Band vorstellt, welche wir bisher in unserer heldenhaften Verehrung von SPOCK'S BEARD noch gar nicht richtig auf dem Schirm hatten. Das sollte sich schleunigst ändern - „A Glorious Disturbance“ ist dafür der anschaulich klingende Beweis, selbst wenn auf der Audio-CD mit „The Sea“ die stärkste Live-Nummer und zugleich komplexeste Komposition von SYZYGY fehlt.

Erschienen auf www.musikreviews.de am 20.03.2013

Tracklist

  1. CD (72:33 min):
  2. Vanitas
  3. Mount Ethereal
  4. Circadian Rhythm
  5. Strange Loop
  6. Dreams
  7. Derkfield
  8. The Coronation
  9. Beggar's Tale
  10. M.O.T.H.
  11. DVD 1 (112:59 min):
  12. **2009 3RP Festival**
  13. Vanitas
  14. Mount Ethereal
  15. Strange Loop II
  16. Dreams
  17. M.O.T.H.
  18. **2010 Day Of PROG**
  19. Darkfield
  20. Circadian Rhythm
  21. The Coronation
  22. Beggar's Tale
  23. The Sea
  24. Encores: In The Dead Of Night / Burn
  25. DVD 2 (95:33 min):
  26. Carl Baldassarre Interview
  27. The Writing Realms
  28. Mark Boals Interview
  29. Band Roundtable

Besetzung

  • Bass

    Al Rolick

  • Gesang

    Mark Boals

  • Gitarre

    Carl Baldassarre

  • Keys

    Sam Giunta

  • Schlagzeug

    Paul Mihacevich

Sonstiges

  • Label

    FHL Records / Just For Kicks

  • Spieldauer

    281:05

  • Erscheinungsdatum

    01.03.2013

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