Thomas Gurrath zählt in Metal-Kreisen inzwischen mindestens zur B-Prominenz, dank harter Arbeit und einer gesunden "scheiß auf die Hater"-Einstellung. Das allein nötigt Respekt ab. Andererseits macht Gurrath es jenen Hatern leicht, ob mit DEBAUCHERY oder BLOOD GOD. Selbst bei MANOWAR geht es sowohl musikalisch als auch textlich anspruchsvoller zu als bei diesen beiden Projekten.
Das allein ist noch kein K.O.-Kriterium – mit genug Wodka Energy im Schädel kann man sogar zu SCOOTER abgehen. Ähnlich stumpf wie bei den Godfathers of Kirmestechno geht es auch auf dem zweiten BLOOD GOD-Album "Blood Is My Trademark" zu: Man nehme AC/DC, füge etwas Heavy Metal hinzu und entferne alles, was einen Zuhörer mit drei Promille im Blut überfordern könnte.
Von den Riffs gibt es genau zwei Varianten: schnell und langsam. Angenommen, man erträgt das auf Albumlänge, und angenommen, man hat auch kein Problem mit lyrischen Meisterleistungen wie "We play sexy music for sexy people" – dann bleibt immer noch Thomas Gurraths Stimme. Die klingt in etwa so angenehm wie Fingernägel auf Tafel oder Katze am Schwanz ziehen. Brian Johnson und Udo Dirkschneider, die hier wohl Pate standen, gehen im direkten Vergleich als Opernsänger durch.
FAZIT: Schrecklich. Für die, die das anders sehen, gibt es als Bonus zur Digipak-Ausgabe alle zehn Songs mit Death Metal-Vocals. Juhu.
Punkte: 6/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.08.2014
Mr. Blood
Mr. Debauchery
Mr. Kill
Mr. Death
Massacre Records
53:59
15.08.2014