Mit „Black Dawn“ legen die Schweden BLOOD OF SERPENTS dieser Tage ihr Debüt-Album vor - nach Aussage des Labels eine Mischung aus Death- und Black Metal, was man so durchaus als Grundgerüst attestieren kann. Dass MARDUK-Felleklopfer Lars Broddesson hier nicht nur produzierte, sondern auch kurzerhand das Schlagwerk auf der gesamten Platte einspielte, scheint für Label und Band eine nicht unbedeutende Rolle in der Werbung des Albums zu spielen ...
Denn klar ist, sowohl Broddesson als auch der Rest der Band beherrschen ihre Instrumente sehr wohl und lassen spieltechnisch kaum Wünsche offen. Auch der Produktion mangelt es weder an Härte, noch an Transparenz, was „Black Dawn“ gut ohne Aussetzer durchlaufen lässt – leider hinterlässt die Platte aber außer eines guten Eindrucks nur wenig vom eigenen Stempel: Gut gespielten Death-, Black Metal liefert ganz Skandinavien am Fließband ab und es scheint sehr viel schwieriger, hier wirklich als Band mit Individualität aus der breiten Masse an Bands herauszustechen.
BLOOD OF SERPENTS geben sich leider zu oft – vor allem zu Anfang der Platte – durchschnittlichem Riffing hin, selten setzt sich da mal etwas fest und da helfen auch tightes Drumming und schnelle Gitarrenattacken nicht, die Songs spezieller klingen zu lassen. Dazu kommt noch, dass die harschen Vocals von Rodney Gutierrez-Cortez insgesamt doch trotz guter gesanglicher Leistung derart schon zu ähnlich auf anderen Platten zu finden sind.
Ein echter Lichtblick indes ist dann der Track 'Masquerade of Plagues', der etwas schleppender daherkommt und vor allem durch die Chor-artigen Parts extrem bedrohlich wirkt und ohne Frage das Highlight in der Mitte des Albums darstellt. Hier könnte die Band in Zukunft anknüpfen, um sich wirklich aus der Masse an Truppen des Genres zu erheben.
FAZIT: Wer die Mischung aus schwedischen Größen wie MARDUK, DISSECTION, WATAIN oder vielleicht sogar HYPOCRISY im gelungenen aber nicht unbedingt innovativen Aufguss braucht, macht mit „Black Dawn“ sicher nichts verkehrt, wird aber auch ohne den Kauf des Albums problemlos durch den Sommer kommen. Einen Bonuspunkt holen die Schweden noch mit dem starken 'Masquerade of Plagues' rein, landen mit dem Rest der Platte aber sonst eher im guten Mittelmaß.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 02.06.2014
Benny Åkeson
Rodney Gutierrez-Cortez
Kristian Roupe, Fredrik Nilsson
Lars Broddesson
Eternal Sound Records
47:10
06.06.2014