Unbelehrbar in Sachen metallischer Hardcore sind BORN FROM PAIN auch nach dem Metalcore-Trend und ziehen weiter ihr eng begrenztes Ding durch. Was ihr an Finesse (Solo-Momente sind dünn gesät) oder Originalität abgeht, macht die Gruppe mit schierer Klanggewalt und bewährtem Songwriting wett.
Subjektiv betrachtet sind die forschen Tracks am geilsten, namentlich "Eye In The Sky", "Roots" und "Lone Wolf" (waschechter Thrash), während einzig "Stand Free" mit muttersprachlich verbrämten Raps vom Hip-Hop-Buddy der Band im gegebenen Rahmen "experimentell" ("Judgement Night" ist auch schon ein paar Jährchen her) anmutet. Rob Franssens beschränktes Ausdrucksvermögen weichen markante Samples sowie Gehilfen am Mikrofon (etwa TERROR-Scott während "Bleed The Poison" und ein paar Untergrund-Kumpels in "Nomad ") ein Stück weit auf, aber auf Abwechslung legen BORN FROM PAIN definitiv keinen Wert. Vermutlich würde das ihrer Glaubwürdigkeit an der Basis etwas abbrechen.
Das schleppende "Truth Of The Streets" mit NASTYs Matthi als Gast und der groovende Titeltrack mit seinen subtilen Gitarrenharmonien lassen weniger aufhorchen, als dass sie die geringfügigen Möglichkeiten des angestammten Genres ausreizen. Die kurze Dampfwalze "As Above, So Below als Intro und das nicht benannte Outro (melodischstes Stück zugleich) machen indes eine runde Sache hieraus.
FAZIT: Predigten für die Bekehrten - das macht "Dance With The Devil" im Guten wie Schlechten aus. BORN FROM PAIN bleiben weiterhin eine von Europas festen Adressen, wenn es um brutalen Hardcore der alten Schule mit Metallegierung geht. Nummer sicher hat schließlich auch etwas für sich.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 09.12.2014
Pete Görlitz
Rob Franssen
Dominik Stammen, Servee Olieslagers
Max van Winkelhof
BDHW / Soulfood
32:09
28.11.2014