Sicher, in einer gut 20-jährigen Laufbahn etabliert man einen Stil und klingt mitunter zu sehr nach sich selbst, doch bei BOYHITSCAR hatte man schon zuletzt den Eindruck, sie würden höchstens zwei Arten von Songs schreiben und diese jeweils ungefähr sechsmal spiegeln, um alle Jahre wieder ein neues Album veröffentlichen zu können.
Auf „All That Led Us Here“ indes ist die Hit-Dichte – und darum geht es den Amerikanern bei aller Erbauungslyrik ('Can't Run From Yourself') und akustischen Mobilmachung letzten Endes – ausgesprochen hoch, auch wenn Sitar, Percussion und Arena-Refrains mit der Zeit dröge werden. Robby Robb schrieb für die stärksten TRIBE AFTER TRIBE-Alben vielleicht einen Song mit vorhersehbar orientalischem Hook, ehe er sich wieder in die Hölle Südafrfikas zurückzog, BOYHITSCAR stricken aus diesem Prinzip ein abendfüllendes Programm, sei es getragen wie während 'Ocean Equation' oder knallhart wie mit 'Anxious But Gradual Rhythms'.
Frontmann Cregg, der nie an die großen Alternative-Shouter reicht, eben weil er sie alle mitsamt ihren großen Gesten nachzuahmen sucht, macht glaubwürdig auf spirituell, möchte gerade deshalb jedoch wohl niemanden ausschließen – auch das Mainstream-Publikum nicht, das in 'Silhouettes Fade', dem laut-leiselnden 'Ourglass' und 'Come On' Hymnen zur Bestückung des iPod für die nächste Selbstfindungs-Reise nach Indien findet.
FAZIT: Eine so positive Haltung ist beileibe nicht verwerflich, wirkt aber mit Burger King und American Dream gleichgeschaltet, wenn auch weniger ätzend und musikalisch niveauvoller ('What's On Your Mind': Boyband trifft Funk trifft Rave Rock) als etwa P.O.D. oder ähnliche Konsorten.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.04.2014
Bill Gower
Cregg Rondell
Cregg Rondell, Mike Bartak
Erik Peterson
Eternal Sound / Code 7
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02.05.2014