Eine schwere Geburt hat das Debütalbum der schwedischen Hardrocker von BULLETRAIN hinter sich. Die Band gibt’s schon seit 2006, und als man nach zwei EPs und einer Single 2010 einen unterschriftsreifen Plattenvertrag vor sich liegen hatte, strich Sänger Robert Lindell die Segel. Vier Jahre und ein paar Besetzungswechsel später gibt es jetzt in Form von „Start Talking“ doch noch das späte Debüt.
Geboten wird ein ordentlicher Mix aus skandinavisch und amerikanisch geprägtem Hardrock, der sowohl seine starken melodischen Momente hat als auch leicht rotzig angehauchte Sleaze-Songs. Ein etwas unerzogener Bastard aus EUROPE, MÖTLEY CRÜE, SKID ROW und CRASHDIET – und egal, ob man nun mehr in Richtung schwedischer Vorbilder oder in die USA schielt, egal, ob man die melodische Seite mehr betont oder die sleazige – BULLETRAIN machen eine durchweg gute Figur. Gut, ganz subjektiv laufen einem die Songs, in denen es ein wenig rüpelhafter und flotter zugeht, am besten rein („All For One“, „Out Of Control“ oder „Dicing With Death“ mit deutlicher SKID-ROW-Zweitwerk-Schlagseite), doch auch der wuchtig-groovende Titeltrack oder das melodische „Even With My Eyes Closed“) wissen zu gefallen, Sänger Sebastian Sundberg bringt sowohl die Melodic-Hardrocker wie „Joanna‘s Secret“ als auch die rotzigen Sleaze-Rocker glaubwürdig und stimmsicher an den Mann.
FAZIT: Es bleibt dabei: Hardrock aus Schweden wird fast durchgehend auf hohem Niveau dargeboten. Auch BULLETRAIN bilden keine Ausnahme – wer sich zwischen Melodic Hardrock und Sleaze Rock heimisch fühlt, der wird hier bestens bedient.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.10.2014
Niklas Månsson
Sebastian Sundberg
Mattias Persson, Robin Bengtsson
Jonas Tillheden
AOR Heaven
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24.10.2014