In Italien ist während der letzten Jahre eine Schwemme an klassischen Rock-Trios übers Land gebrochen, weiß der Teufel warum. Das Exponat BULLFROG zeigt auf seiner vierten Scheibe, dass sich Durchhalten ebenso auszahlt, wie langer Atem im Metier dem Songwriting verdammt guttut.
Die Geschwister Dalla Riva haben mittlerweile im überschaubaren Blues-Rock-Rahmen eine eigene Handschrift gefunden und reüssieren in allen darin erforderten Disziplinen. Da wäre etwa die Post-Hendrix-Schule (unverkennbar abgeleitete Riffs, aber alles fetter inszeniert, höre "Too Bad For Love"), ein Schuss Funk in der bekannten Rezeptur ("Monster") oder der obligatorische Slow Blues (""Slow Trucker" ein hervorragendes Zwiegespräch mit hypnotischem Charakter), nicht zu vergessen die Akustikballade "Better Days" zum Schluss
Besonders schön: Francesco ist ein mitreißender Sänger, der sich vor allem im Titelstück nachgerade die Seele aus den Stimmbändern leiert, und mit "Lorraine Lorraine" verzeichnen BULLFROG einen handfesten Hit. Jetzt noch ein richtig flotter Song, dann gibt es beim nächsten Mal mehr Punkte ... falls jemand etwas auf die Wertung gibt.
Eingedenk zahlreicher Gäste, die zum Gelingen beitragen, ist "Clearwater" eine rundum hörenswerte Scheibe unter vertrauten Koordinaten, die sich schlicht durch gute Songs und einen glaubwürdigen Vortrag auszeichnen. Das kann man schließlich nicht von allen Vertretern der bluesrockenden Zunft 2014 sagen. Zu viele Köche ...
FAZIT: BULLFROG würde man mit ihrem knackigen Gebluese gerne mal live sehen. Verschwitzter, verrauchter Club und so ...
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 07.10.2014
Francesco Dalla Riva
Francesco Dalla Riva
Silvano Zago
Michaele Dalla Riva
Grooveyard / Just For Kicks
53:29
26.09.2014