Ein Koprolith ist ein fossiles Exkrement. Ob diese Finnen sich mit Absicht "alte Scheiße" genannt haben? Das wäre dann doch ein bisschen übertrieben. Uralt und kacke klingen sie auf ihrem zweiten Album nicht – allerdings auch nicht frisch und richtig gut.
COPROLITH vermengen Melodic Death Metal und Black Metal und machen dabei den Fehler, dass sie nur die allergewöhnlichsten, man möchte fast sagen: ordinärsten Elemente aus diesen Genres verwenden. Die Folge: Der Band fehlt ein eigenes Profil, mit dem sie sich von den Horden ähnlicher Truppen abheben könnte.
Rein instrumental geht da schon was, etwa am Anfang von "Death March". Vor allem, was Drummer Aleksi Tervo abliefert, ist immer wieder der reinste Genuss. Die Vocals von Ben Pakarinen sind allerdings so charakterlos, dass sie einen Song ganz alleine in den Sand setzen können. Schreien allein reicht eben nicht, selbst dann nicht, wenn man sowohl grunzen als auch kreischen kann. Andere können nur das eine, aber mit mehr Gefühl und mehr Abwechslung.
Mit einem anderen Sänger hätten COPROLITH vielleicht eine Chance, doch selbst dann täten sie gut daran, sich etwas mehr einfallen zu lassen, als die Einfälle anderer Bands neu zusammenzusetzen. Auch am Sound der Scheibe gibt es etwas zu meckern: Das Schlagzeug klingt wie aneinandergeschlagene Grissini und jegliche Atmosphäre, die die lahmen Vocals ausgleichen könnte, wurde beim Mischen weggebügelt.
FAZIT: Trotz Stilmix bleibt "Death March" uninteressante Standardware.
Punkte: 7/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.03.2014
Jouni Korhonen
Ben Pakarinen
Ben Pakarinen
Aleksi Tervo
Violent Journey Records
47:18
07.03.2014