Erinnern wir uns einfach mal an des Jahr 2012!
MORNING PARADE tauchen mit einem nach dem Bandnamen benannten Debüt-Album auf, das von viel Melodie und Melancholie lebt, und erzielen damit auf jeden Fall einen Achtungserfolg, der in diesem Maße schon beeindruckt.
Nimmt man dieses Album heute wieder zur Hand, wirft sich die Frage auf, warum?
Eigentlich ein aus heutiger Sicht austauschbares Indie-Pop-Album mit den üblichen Zutaten plus gutem Gesang. Doch das ist anno 2014 eigentlich nichts Außergewöhnliches mehr.
Vielleicht sehen es MORNING PARADE ja ähnlich?!
Zumindest könnte man das nach ihrem neusten, nunmehr zweiten Album vermuten. Doch trotzdem will wirklich reine und unverfälschte Freude auch bei „Pure Adulterated Joy“ nicht aufkommen, denn die manchmal etwas pathetischen, aber nicht unsympathischen Hymnen des Vorgängers sind verschwunden, während ein paar verspielte Klangexperimente, schrammelnde Gitarren, treibende Riffs, hämmerndes Schlagzeug und ganz viel Rockiges deutlich die Oberhand gewinnen - so als würden MUSE und dEUS die neuen Helden bei der musikalischen Abnahme der morgendlichen Parade sein. Aber auch jede Menge SMASHING PUMPKINS oder PLACEBO schimmern an allen Ecken und Enden des gerade mal knapp 37minütigen Albums durch.
Ohrwürmer oder Melodien, die Wirkung hinterlassen?
Fehlanzeige!
Gute Aufnahmequalität auf Höhe der Zeit?
Fehlanzeige!
Längere, verspielte Songs mit Überraschungseffekt?
Fehlanzeige!
Melancholie, Balladen und Hymnisches?
Fehlanzeige!
Am Ende bleibt von MORNING PARADE nur ein austauschbarer Inidie-Act übrig, der vielleicht morgens zum Wachwerden und Schneller-aus-dem-Bett-kommen taugt, aber nicht zum wirklichen Hörgenuss.
FAZIT: „Pure Adulterated Joy“ ist der missglückte Nachfolger eines Überraschungsdebüts von MORNING PARADE, auf dem die Briten sich, statt ihre Stärken - also die ruhigeren Hymnen und eingängigen Melodien - auszubauen, verwirrend zwischen Noten herumstolperen, die bei den MANIC STREET PREACHERS beginnen und den SMASHING PUMPKINS enden.
Punkte: 6/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.09.2014
Phil Titus
Steve Sparrow
Chad Thomas, Steve Sparrow
Ben Giddings
Andy Hayes
Sore Recordings via Kobalt Label Services / Rough Trade
36:39
05.09.2014