ELUVEITIEs ehemaliger Sänger Severin mischt hier mit, aber Folk Metal ist nicht bei MORRIGU. Die Schweizer rühren vielmehr eine speziell in puncto Gitarren virtuose Art von Post Hardcore an, die gen Übersee schielt.
Die Zeuss-Produktion macht "Before Light / After Dark" sehr amerikanisch und damit ein wenig austauschbar, gerade weil Sevi ein recht beschränktes Organ hat - Marke Schreihals mit Tragik-Klos im Hals und gut verständlichen Texten. Vordergründige Stakkato-Elemente werden durch die wie gesagt immerzu melodisch fiedelnden Gitarren aufgeweicht, sodass man die Songs vor allem daran erkennt, weniger an der gesanglichen Darbietung des Sängers.
Wesentlicher Bestandteil des MORRIGU-Sounds sind zudem Keyboards, die Severin programmiert hat, aber dem Kitsch zum Glück eine Absage erteilen. Letztlich reißt die Scheibe keine Bäume aus und bietet nichts Schwaches, aber auch keinerlei herausragenden Stücke. Das besonders bissige "It's Getting Dark" (eingängiger Refrain, ein bisschen MACHINE HEAD vielleicht?) sei aber hervorgehoben.
FAZIT: Moderner, aber nicht prolliger Metal mit hörbaren Bezügen zu angrenzenden Sounds insbesondere aus der US-Szene der letzten zehn Jahre ist das Metier von MORRIGU, die sich mit Epik und Schwermut bei gleichzeitig kompakter Anlage auch für Freunde des skandinavischen Synthesizer-Todesblei empfehlen. Berechnend clean gesungene Refrains gibt es dankenswerterweise aber nicht.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 03.11.2014
Mirko
Severin
Severin, Roger
Christoph
Ghost Sound Media
36:40
07.11.2014