Es läuft im Hause MOS GENERATOR. Vorher höchstens der fachkundigen Roadburn-Fanschaft ein Begriff, erlangten die Amis erst durch den Supportslot für die SAINT VITUS-Europa-Tour im vergangenen Jahr größere Aufmerksamkeit aus der Metal- und Hardrock-Szene. Das ist umso erstaunlicher, da die Band aus Port Orchard, Washington eigentlich schon im Jahr 2000 aus der Taufe gehoben wurde und mit "Electric Mountain Majesty" nicht ihr erstes Album zur Diskussion stellt.
Der Albumtitel trieft vor Klischees, erfüllt aber voll und ganz seinen Zweck. Irgendwo zwischen BLACK SABBATH, Doom und Stoner siedelt sich der Sound von MOS GENERATOR an, der alles in allem ziemlich locker daher kommt. 'Beyond The Whip' riffrockt beschwingt schon fast im Uptempo-Berich und 'Nothing Left But Night' groovt mit seinem mächtigen Sabbath-Gedächtnis-Riff wie Hölle. Mit dem minimalistischen 'Spectres', sowie den schnörkellosen 'Neon Nightmare' und 'Early Mourning' knüpft das Trio noch mehr an die ersten beiden BLACK SABBATH-Werke an, während sie beim Titelsong eher Südstaaten-Kapellen wie CLUTCH auf die Finger geguckt haben.
Zum schon Geschilderten passt, dass Frontmann Tony Reed seine Stimmlage irgendwo zwischen OZZY OSBOURNE und Zakk Wylde gefunden hat und einzusetzen weiß. Trotzdem bleibt es nicht aus, dass MOS GENERATOR in einigen Momenten zu nah an den Originalen musizieren. Wem Eigenständigkeit wichtig ist, die über das Verknüpfen unterschiedlicher Einflüsse hinaus geht, der wird sich mit den Amis nicht lange aufhalten. Man bekommt auch keine großen Hits, sondern auf hohem Niveau Interpretationen von Vorlagen. Wem das reicht, bekommt mit 'Black Magic Mirror' auch noch einen fuzzig-entspannten Rocker und mit 'Heavy Ritual' einen mit puren Rockeinflüssen angereicherten Abschluss mit Ozzy Osbourne-Vocals geliefert.
FAZIT: MOS GENERATOR wollen nicht mehr als eine weitere Kapelle sein, die BLACK SABBATH mit artverwandten Subgenres kreuzt. Das allerdings machen sie ziemlich gut und dürften damit in Zukunft auch etwas weitere Kreise ziehen.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 30.03.2014
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Tony Reed
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