MOSAIC heißen nicht umsonst MOSAIC. Schubladenhörer werden deshalb ihre Probleme mit „Old Man's Wyntar“ haben, da Multiinstrumentalist Inkantator Koura, der auch an ALCHEMYST beteiligt ist, hier als Old Man Wyntar einen recht wilden Beritt von Shoegaze über Folk hin zu Black Metal betreibt. Alles spannt sich um das Thema „Winter“, natürlich auf altes Deutsch getrimmt, daher die ungewöhnlichen Schreibweisen. Und dieser Winter hier ist frostig und beängstigend, man weiß nicht genau, was nach dem Schneefall kommt, der Sonnenaufgang oder der Hungertod.
Die Stimme klingt beunruhigend klar und gesprochen verhallt klagend, oben vom Berg ruft sie herab, da wo auch die Raben krächzend ihre Kreise ziehen. Untermalt wird sie häufig von getragenen Tönen und geisterhaften Soundkollagen, gelegentlich bahnt sich alter Black Metal den Weg, der sich mit ruhigen Passagen mischt, in denen der Sturm innehält und man doch kurz die Erhabenheit der Gebirgsschluchten erahnen kann. MOSAIC treiben das Spiel bis hin zu folkigen Akustikparts und einem keyboardgetragenen Rausschmeißer, die Spanne ist also verblüffend weit, aber in sich schlüssig. Gelegentlich hätte man sich etwas kürzer fassen können, aber wer sich die Zeit nimmt und konzentriert zuhört, wird schnell von „Old Man's Wyntar“ gefesselt.
FAZIT: MOSAIC heißen nicht umsonst MOSAIC und liefern hier ein überwiegend ruhiges und gefühlvolles Album ab.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 17.05.2014
Old Man Wyntar
Old Man Wyntar
Old Man Wyntar
Old Man Wyntar
Boreas
Amor Fati Productions
44:02
14.04.2014