Etwas mehr als anderthalb Jahre nach „Going To Get Bigger“ folgt die zehnminütige EP „Fettes Zeug“. Immerhin vier Songs sind darauf zu finden, was schnell klar macht, dass die Grundlage der ROCKFISH-Musik immer noch Punk ist; schnell, schrammelig, ungestüm. Doch wo früher GREEN DAY Pate standen, lassen sich heute andere Einflüsse finden. Die gelegentliche rhythmische Vertracktheit erinnert an FRANZ FERDINAND, auf „Fazebuck“ gesellt sich gar eine Schweineorgel/-synthie zur Optimierung des Gesamtsounds und sorgt für eine Portion hemdsärmeligen Alternative-Rock. Gefällt mir, ist tanzbar und sehr launig. „Punkräuber“ ist so etwas wie die komprimierte Punk-Variante des Openers. Passt schon.
Den Stimmbruch hat Flo ordentlich im Griff, seine Stimme passt zur Musik, und wenn Joni zur Unterstützung herbeieilt wird es noch besser. Lediglich den kurzen Jamba-Klingelton-Verfremdungseffekt hätten sich die Jungs im ansonsten besten Lied der EP sparen können.
Textlich passt das alles besser als beim Vorgänger, ist rotzig, arrogant, witzig und albern, gut beobachtet und mit satirischer Überspitzung vorgetragen. Trifft nicht immer, ist in seiner Unbekümmertheit aber jederzeit amüsant. Wie die unsterbliche Zeile – wenn von Vierzehnjährigen vorgetragen: „Jeden Tag bis Zwei im Bett, Rückenleiden, steif wie’n Brett“. Ich dachte, das wäre mein Text…
Zu „Fazebuck“ existiert <a href="http://www.youtube.com/watch?v=BMT2Smqi3XU" rel="nofollow">HIER</a> ein recht professionell gedrehtes Video (besitzt Ulm einen Containerhafen oder ist‘s doch der Verlade-Bahnhof?), in dem besonders Drummer Dani als kleines Fazebuck schauspielerisches Talent beweist.
FAZIT: ROCKFISH haben sich weiter entwickelt und das steht ihnen gut. Noch ein bisschen mehr an Abwechslung und der erste Longplayer darf kommen. Bis dahin: Viel Spaß mit dem kleinen, fetten Zeug.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 12.01.2014
Joni
Flo, Joni
Flo
Dani
Ruuf Records
10:36
13.12.2013