Mit ROGASH drängt eine weitere junge Band auf den längst übersättigten Prügel-Markt. Etwas Neues haben sie nicht im Gepäck, aufgrund ihrer Herangehensweise aber trotzdem eine Chance. Die Thüringer wissen, was sie am besten können: schnörkellose Songs mit messerscharfen Riffs spielen. Das erinnert an LEGION OF THE DAMNED, die sich ebenfalls scheuen, von ihrem bewährten Rezept abzuweichen.
Die erste Handvoll Songs auf "Supremacy Undone" fräst sich mit der Präzision eines Uhrwerks in die Gehörgänge. An einfachen Nummern gibt es nichts auszusetzen, wenn sie so wunderbar funktionieren wie "Desolate" und "Less Emotion" – herrlich treibender Death Metal zwischen GOD DETHRONED und DISMEMBER. Wir bleiben dennoch beim LEGION OF THE DAMNED-Vergleich, wegen der extremen Geradlinigkeit und Eingängigkeit des Materials. Wo LEGION OF THE DAMNED sich allerdings mit spielerischer Leichtigkeit ein Monsterriff nach dem anderen aus dem Ärmel schütteln, ist bei ROGASH irgendwann die Luft raus. Die zweite Hälfte des Albums zieht nicht gerade die Wurst vom Teller. Bei allem handwerklichen Können und trotz des fetten Sounds: Die Band kann nicht verbergen, dass ihr ein Händchen für einprägsame Hooks fehlt. Das wird sich mit wachsender musikalischer Reife hoffentlich ändern, vielleicht entwickeln ROGASH dann auch etwas wie einen deutlich erkennbaren eigenen Charakter. Noch gibt es zu viel Halbgares und zu wenig Mut.
FAZIT: Das Label scheint viel Hoffnung in diese Newcomer zu stecken. Der Musik mangelt es noch an Substanz.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 22.01.2014
Jon
Erik
RT, Rico Janz
Mich
War Anthem Records
43:21
21.01.2014