Das Revival des Old School Death Metals ist allgegenwärtig. Auch RUDE aus Berkeley in den Staaten setzen auf Altbewährtes, statt die Innovationskeule zu schwingen. „Soul Recall“ ist eine echte Inkarnation der 90er Death Metal-Größen und scheint auch den Anspruch auf Huldigung der Ikonen jener Zeit zu legen, anstatt sich an neumodischem Schnickschnack auszuprobieren.
Das Ergebnis muss einfach funktionieren: „Soul Recall“ klingt musikalisch wie eine Mischung aus alten MORBID ANGEL, DEATH, AUTOPSY und PESTILENCE. Der Gesang atmet dann auch sehr den Spirit dieser Zeit und erinnert mehr als nur dezent an die Frontmänner aus dieser Zeit: allen voran klar Patrik Mameli auf „Testimony Of The Ancients“, stellenweise Marc Grewe auf „Odium“ aber gelegentlich schimmern hier auch gern einmal Chuck Schuldiner oder Martin Van Drunen durch.
Die Produktion klingt gewollt angestaubt und passt hervorragend zum Gesamtkonzept von RUDE. Musikalisch hält man es auch gewollt traditionell und bietet eine runde, aber nicht besonders eigenständige Death Metal-Mischung, die es derart schon tausendfach gab.
FAZIT: RUDE machen ihre Sache gut und mit Überzeugungskraft. Was jedoch nach Konsum der Platte bleibt, sind viele Fetzen von Altbekanntem und ein etwas fader Nachgeschmack, der es schwierig gestaltet, die Musik auf „Soul Recall“ mit klaren Worten zu beschreiben. Doch vor allem macht dieses Album eines: Lust auf die Originale.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 30.05.2014
Jason Gluck
Yusef Wallace
Yusef Wallace, David Rodriguez
Antonio Lopez
FDA Rekotz
43:41
30.05.2014