Völlig aus dem Nichts überrumpelt dieses US-Trio mit einem Debüt, auf das mancher sehnsüchtig gewartet haben muss, ohne sich dessen bewusst gewesen zu sein.
Warum? Na, weil SOL OBSCURA das Flair schöner Seltenheiten wie DEATH & TAXES oder MAS OPTICA vermitteln und doch nicht genauso wie diese klingen. Wem diese Namen schleierhaft vorkommen, der darf auch die ewigen RUSH (höre das bissige, treibend eingängige Doppel aus "Being Nowhere" und "Isle Of Reil") sowie FAITH NO MORE heranziehen, die speziell im ruhigen "Shadows In The Smoke" und während "What Gives?" (man meint fast, es mit einem Doppelgänger von Mike Patton zu tun zu haben) anklingen.
Aber da ist so viel mehr Unberechenbarkeit im Spiel, sei es hinsichtlich des harmonisierten Gesang ("Shadows In The Smoke"), der überdurchschnittlich verspielten Schlagzeug-Kapriolen oder bunten Kompostionsweise von SOL OBSCURA, ob sie es wavig angehen lassen wie mit "Her Form" sowie dem von Synthesizern geprägten "The March" oder proggig episch wie im Glanzlicht "Arise" und den quirligen "We March"-Teilen. Ziehen wir fantasievoll intelligente Texte und einen Gänsehaut-Song wie "Soul" hinzu, ist die Untergrund-Sensation perfekt.
FAZIT: Aufgrund latenten Zu-Spät-Hörens eines der Alben 2014, die schon 2013 herausgekommen sind. Labels, signen sie jetzt, und zwar SOL OBSCURA!
Punkte: 13/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.05.2014
Cane
Bird, Cane
Bird
Sam
Eigenvertrieb
43:46
28.05.2013