Schätze bergen mit dem Frontmann von THE QUIREBOYS: Außer "Bottle Of Whisky" stammen alle Songs auf Spikes viertem Soloteller aus der Feder des schottischen Singer-Songwriters Frank Miller, der vor allem in den Siebzigern von sich reden machte ("Darlin'" und "When I'm Away From You" waren seinerzeit in einigen Ländern Hits; Doku "Stubborn Kinda Fella" anschauen) und nach einer Hirnblutung mit dem Musizieren aufhören musste. Mit Promis wie STONES-Mann Ronnie Wood, Luke Morley (THE UNION), FREEs Andy Fraser und Simon Kirke neben Ian Hunter (MOTT THE HOOPLE), Tyla (DOGS D'AMOUR) und Bonnie Tyler ("Fortune" - Gänsehaut!) ist dieses Projekt fast schon eine kleine Sensation, zumal das Liedgut ohne den rührigen Protagonisten, der seinen Namen dafür hergibt, wohl nie hörbar geworden wäre.
Die sich wiegenden Power-Balladen "Did You Ever Wanna Go Home", "I'm Losing You" und "Other Side Of Town" klingen einfach zum Dahinschmelzen und machen hinsichtlich ihrer Ausrichtung die Hauptausrichtung des Albums aus. "Cold, Cold Nights" mutet dank akustischer Beilage leicht britisch-folkloristisch an, und neben dem schleppend schweren "The Brooklyn Bridge" stellt klassischer Rock 'n' Roll mit Rockabilly-Note wie "Cheap Hotel" die Genre-mäßige Extremseite des Potpourris dar. Spikes heisere Stimme bedarf wie immer einer kurzen Eingewöhnungszeit, könnte aber kaum besser zu einem Slider wie "Cocaine" oder dem das urbanen "Amsterdam Woman" passen.
FAZIT: Stilistisch bunter und emotional berührender Tribut an einen vergessenen Künstler, vollzogen von Könnern (und einer Könnerin) und damit in jeder Hinsicht gelungen - handwerklich wie vom Herzen her.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 11.09.2014
Livewire / Cargo / Soulfood
43:29
12.09.2014