Diese Band kann noch ganz groß werden, mit ihrem Symphonic Black Melodic Death Thrash Power Metal Schrägstrich Alternative. Was STARKILL machen, ist eigentlich ein neues Genre: Videogame Metal. Es gibt nur sehr wenige Bands, denen es gelingt, so viele Einflüsse und Stimmungen durcheinander zu würfeln und dabei immer eingängig zu bleiben, denen es gelingt, Manga-Musik für hyperaktive 14-jährige zu machen und damit gleichzeitig Hörer mit einem ausgereifteren Geschmack anzusprechen. Selbst, wenn man dem Kaugummi- und Energy Drink-Alter seit Jahren entwachsen ist, kann man dieser blankpolierten Version von DIMMU BORGIR etwas abgewinnen.
STARKILL schreiben extrem kurzweilige Songs, in denen es an allen Ecken knallt und ploppt und blinkt, und sie spielen immer wieder so halsbrecherisch schnell und virtuos, wie es sonst nur DRAGONFORCE hinbekommen. Was da an der Gitarre passiert, ist ein Hochgenuss. Diese Hochgeschwindigkeitsorgien wechseln sich mit simplen, aber extrem effektiven Breakdowns ab, und STARKILL trauen sich, die Metal-Pfade auch mal zu verlassen, um hier und da poppige Refrains einzustreuen. Das gab es auf dem Debüt noch nicht und Sänger Parker Jameson, das Wunderkind im Mittelpunkt der Band, sollte noch ein bisschen üben, sein Klargesang ist etwas dünn. Davon abgesehen funktioniert die Mischung aus Dresche und Melodie aber ohne Einschränkungen, weil STARKILL das unwahrscheinliche Kunststück gelingt, nie allzu schmalzig zu klingen.
FAZIT: Schneller, größer, STARKILL! "Virus of the Mind" ist wie ein Hollywood-Blockbuster der besseren Sorte: beste Unterhaltung, bei der man vor Staunen vergisst, das Popcorn zu essen. Hoffentlich spielen STARKILL bald in der ersten Liga, weil dieser Sound auf die großen Bühnen gehört, mit Flammen und Feuerwerk und Lasershow und so.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 16.10.2014
Shaun Andruchuk
Parker Jameson
Parker Jameson, Tony Keathley
Spencer Weidner
Century Media
45:23
20.10.2014