Nur die wenigsten der sich am Aussie Rock der Marke AC/DC orientierenden Bands haben damit durchschlagenden und anhaltenden Erfolg; damals KROKUS und heute AIRBOURNE bestätigen die Regel. Auch BONAFIDE war dies bisher nicht vergönnt, dabei wussten die Schweden mit ihren ersten Alben durchaus zu überzeugen. Besonders „Something's Dripping“ war ganz schön cool. Schade nur, dass sie daran bisher nicht mehr anknüpfen konnten. Und mit „Denim Devils“ wird das leider auch nichts.
Erwartungsgemäß finden sich auch diesmal wieder einige typische Riffrocker („Hold Down The Fort“, „Killer“, „50/50“, „Rock’N’Roll Lifestyle“) unter dem Dutzend Songs. Dennoch scheinen sich die vier Hardrocker aus Malmö mit ihrem fünften Album deutlich wie nie von ihren Vorbildern lösen zu wollen. Das ist lobenswert, hat aber ein Problem: Wie es BONAFIDE auch machen, sie kommen dabei nicht so richtig aus dem Quark. Meist sind die Nummern nicht so dreckig, wie man sich das noch zu Songbeginn wünscht. „Get A Grip“, in Art der gedämpften BLACK LABEL SOCIETY, der lässige Classic Rocker „Good Stuff“, das gutgelaunte „One Kiss“, das bluesige „Who Am I To Judge“ und auch der Schmachtfetzen „Missing You“ sind allesamt kein Reinfall - aber letztlich viel zu harmlos und wenig originell, um bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Irgendwie doof, wenn in der dicken Hose nicht die entsprechenden Eier hängen. Gefällig statt gefährlich, das ist hier zu oft die Devise, was zudem auch für die trockene Produktion gilt. Bei der nächsten Live-Show dürfen wir dann aber bitte wieder mehr Feuer erwarten, meine Herren.
FAZIT: Besonders individuell waren BONAFIDE ja noch nie, aber dafür schon mal besser und knackiger als auf ihrem neuen Album. „Denim Devils“ ist schmerzfrei hörbar, aber bestenfalls Bud Light, nicht mal Foster's.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 30.03.2015
Martin Ekelund
Pontus Snibb
Anders Rosell, Pontus Snibb
Niklas Matsson
Off Yer Rocka/Cargo
43:39
20.02.2015