Und wieder 1990er-Retro-Zeit. Crossover war lange Zeit ein Schimpfwort, doch bahnt sich jetzt ein kleines Revival an? Die neue BODY COUNT ist ziemlich dufte, und jetzt kommt STUCK MOJOs Bonz mit einem alten Weggefährten und zwei Typen von PRIMER 55 zurück, um - jawohl - Rap Metal zu spielen. Das macht er mal wieder richtig gut, auch wenn "Broken Silence" musikalisch nicht so spannend ist wie seine alte Band. Da fehlt halt doch jemand vom Schlage eines Rich Ward.
Die Scheibe strotzt dennoch vor eingängigem, energetischen Stoff zum Hüpfen und Abhotten, wobei die Refrains im Mittelpunkt stehen, nicht zu Vergessen Bonz' Stimme selbst, ein unnachahmliches Gemisch aus viel Rap und einigen melodischen Tönen. das psychedelisch sonnige "Sour Diesel" als Ausreißer ist subjektiv am allergeilsten, aber eingefleischte Anhänger der MOJO-Frühwerke (Die Sachen mit Lord Nelson reizen diesen Rezensenten eher) finden bestimmt gefallen am prolligen "30 Seconds To Swat" oder dem mit gescheiten Licks ausgestatteten "Godshine", Die Gitarrenarbeit ist je nach Geschmack einen Tick zu simpel.
Ansonsten versprüht die Band einer Menge unverkrampfter Straßenkredibilität, wie man auf Deutsch so schön sagt, gleichwohl auch Eingeständnisse an die Moderne (Geschrei in "Comes Over Me" und "Bad Love") zu hören sind. Letztlich reißt "Broken Silence" keine Bäume aus, macht aber Spaß.
FAZIT: Die Reunion von STUCK MOJO ist definitiv fraglicher als BONZ' Soloalbum "Broken Silence", ein sympathischer Ausflug in den Rap Metal der frühen 1990er eingedenk der Naivität, die damals noch vorherrschte. Dass man diese nicht wieder heraufbeschwören kann, ist der misslichste Pferdefuß dieser soliden Angelegenheit.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 05.02.2015
Don Leslie
Bonz
Curt Taylor
Erin Stagg
Eternal Sound
44:23
13.02.2015