Die Deutschen MORTAL INFINITY gehen programmatisch thrashig nach vorne los, ohne einen Originalitätsanspruch zu erheben, was jedoch zumindest bist zu einem gewissen Grad durch Spielfreude wettgemacht wird.
Die Gruppe hat eine Handvoll richtig geiler Riffs im Programm, die im Ohr hängenbleiben ("Cult of the Dead") und vollführt einen gekonnten Spagat zwischen alter Schule und bisweilen gerade so erträglicher Stakkato-Stumpfheit ("Revived by Surgery", "Hell is a Crematory). In der zweiten Hälfte gehen den Bayern die zwingenden Ideen aus (die Regel bestätigen die beiden Ausnahmen, das quirlige "Sleep Paralysis" und der Groover "Neurotoxic Fire"), weshalb sie die Kreisliga der Szene nicht verlassen können.
Gerade Frontmann Marc Doblinger erweist sich in diesen Momenten als Schwachstelle, denn sein sicherlich kerniges Knurren bleibt einseitig, obwohl er sich mit seiner Hintermannschaft um Abwechslung bemüht. Verglichen mit ihrem 2012er Debüt "District Destruction" ist die Scheibe jedoch ein Fortschritt, wiewohl mit Luft nach oben.
FAZIT: MORTAL INFINITY spielen nicht mehr oder weniger als Thrash Metal, der sich am ehesten mit neueren Destruction vergleichen lässt. Typisch deutsch klingt "Final Death Denied" zwar nicht, aber den Vorwurf der Biederkeit können die Macher nicht völlig von sich weisen.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.12.2015
Alex Glaser
Marc Doblinger
Marc Doblinger, Sebastian Unrath
Adrian Müller
Red Dagger
54:56
11.12.2015