Am 6.3.2015 wird der Mann mit dem unverkennbaren Gitarrenton sage und schreibe 70 Jahre alt. Hört man das Robin Trowers neuem Studioalbum an? Ja. "Something's About To Change" klingt nach einem altem Mann - und das ist überhaupt nicht böse gemeint -, der aus der Zeit gefallen ist und längst niemandem mehr etwas beweisen muss.
Slow-Blueser wie "Fallen" und "Snakes And Ladders" stehen gegenüber verhältnismäßig zackigem Material der Marke "The One Saving Grace" (hier zeigen sich Drummer Taggarts Vorzüger als kreativer Zuarbeiter) in der Überzahl, was die Scheibe nicht nur auf den ersten Hör behäbig macht. Sie zeigt ihren Macher puristisch, aber hinsichtlich seiner Klangfarben nicht eintönig, (man höre etwa das flächige wie kompakte "Gold To Grey"), und aufs Metier eines Geschichtenerzählers geeicht, statt den wilden Watz an der Klampfe zu machen. Rock spielt für "Something's About To Change" praktisch keine Rolle.
Trower gibt sich vielmehr total entspannt, wie vor allem cool schummriges Zeug vom Kaliber "Dreams That Shone Like Diamonds", "Up And Gone" und "Strange Love" bezeugt, also ist der zwar klischeehafte Titel Altmeister für ihn absolut stichhaltig. Hightlight dieser für den aktuellen Musikbetrieb geradezu ereignisarm anmutenden Platte: das nach dem "call and response"-Prinzip aufgebaute "Riff No. 7".
FAZIT: "Something's About To Change" ist zu gleichen Teilen ein minimalistisches Storyteller-Album und ein Paradebeispiel für Feeling im langsamen Musizieren. Wem Clapton heuer zu glatt klingt, darf sich mit Robin Trower quasi die ewige Underdog-Variante von Slowhand geben.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 08.03.2015
Robin Trower
Robin Trower
Robin Trower
Chris Taggart
Manhatonrecords / Soulfood
54:19
13.03.2015