„Knock-Turn-All“ ist eine EP mit vier Titeln, eine Viertelstunde von dem, was der Name der Band verheißt. Mitreißender, präziser als auf den letzten beiden Longplayern ist die ROTTERDAM SKA-JAZZ-FOUNDATION, oder kurz RSJFR, ein hervorragender Vermittler beider Welten, versetzt mit reichlich Popappeal, Tanzbarkeit und klarem Klang.
Scharfkantige Bläsersätze, Stakkatorhythmus, Reggae mit Vorwärtsdrang, unterfüttert mit elektronischen Impulsen, kräftigem Schlagzeugspiel, druckvollem Bass. So wird ein massiver Soundwall aufgebaut, vor dem sich Trompete, Posaune und Saxophon solistisch austoben. Bereits der Opener „Beastie“ legt Markstein und Messlatte: Viereinhalb Minuten Powerplay mit gelegentlichen, reggaefizzierten Intermezzi. Der Titelsong lässt es zunächst etwas ruhiger angehen, bis die twangende Gitarre mit Wucht den Weg nach Surf City freischält. Dann wieder Bläser und schließlich jagt die Orgel Schweine über den Hof.
Bei „K-Danz“ treffen MADNESS auf DEFUNKT, bevor „Monkey Face“ das Ganze nach Hause jazzt, rockt und rollt. Mission gelungen, Affengesicht grinst breit.
FAZIT: Gibt es den Begriff Skazz bereits? Wenn nicht, RSJF liefert den Berechtigungsnachweis. Ska meets Jazz und bildet eine perfekte Melange aus Kunstfertigkeit und Tanzwut. Klanglich wie interpretatorisch werden die bereits guten Vorgänger locker und lässig überflügelt. Geht gut ab, ist aber auch im Sessel sitzend zu goutieren. Möglichst laut!
Erschienen auf www.musikreviews.de am 26.06.2015
Merijn van der Wijdeven
Jeroen van Tongeren
Hidde Wijga
Dimitri Jeltsema
Peter Huber (trumpet), Zoot (saxophones), Sat Bone (trombone)
WTF Records/Soulfood
15:04
03.07.2015