Benannt hat sich dieses Quartett nach dem "Rudi Tuesday", einem Themenabend in einem Jenaer Irish Pub, doch Strippenzieher Rüdiger Mund und Schergen spielen nicht zwangsläufig Folk von der Grünen Insel, wie man erwarten könnte, sondern akustisch geprägten Liedermacher-Rock mit - natürlich - Wurzeln in Großbritannien (eben nicht nur Irland), aber auch den Vereinigten Staaten.
Die Produktion von "Tales From Somewhere Down The Road" klingt passenderweise außerordentlich live und sehr transparent, wobei die RUDI TUESDAY BAND wie angedeutet ein buntes Spektrum an Sounds bieten, angefangen beim recht schlichten Country von "The Best Part Of The Show" und "Stop Time Out" über die Blue-Grass- beziehungsweise Hillbilly-Motivik von "Kisses", "Flying" und "Blondes" bis zur Melancholie von "Two Angels", "I Will Always Do" sowie "A Morning Like This".
Das rockige "The Best Is Yet To Come" sticht neben seinem BEATLES-artigen Kompagnon "No Summer Rain" klar hervor, und man darf der Gruppe lobend bescheinigen, dass sie niemals krampfhaft so klingt, als wollten ihre Musiker aus einem anderen Land stammen. Dass ihnen dies bei all den offensichtlichen Bezügen (so geil wie in "Sorry" muss erst mal ein "echter" Baumwollpflücker Banjo zupfen) so zwanglos gelingt, ist eigentlich ein kleines Wunder. Freunde dieses Sounds dürfen also nicht zögern.
FAZIT: "Tales From Somewhere Down The Road" ist ein herzlich gemeintes und klasse umgesetztes Album voller Anklänge an vornehmlich amerikanische Lied- und Spielkulturen, ersonnen mitten in Deutschland und international mehr als nur konkurrenzfähig, sollte es in diesem beschaulichen Metier in irgendeiner Weise um Wettbewerbsgedanken gehen.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.04.2015
Marco Haseney
Rüdiger Mund
Rüdiger Mund
Thomas Philipp
Joachim Rosenbrück (Fiddle, Mandoline, Waldzither)
DMG / Broken Silence
54:53
27.03.2015