Der Österreicher mit dem Pseudonym RUSTY PACEMAKER hat sich lange Zeit für sein zweites Album gelassen und machte Nägel mit Köpfen, indem er “Ruins” bei Markus Stock (EMYPRIUM) aufnahm. Somit klingt die Scheibe erwartbar fett, wohingegen das Material an sich in seiner schrulligen Anmutung am Massengeschmack vorbeiläuft, dies allerdings auf für den Künstler einnehmende Weise.
RUSTY tut sich keinen Zwang an, mal Melodien zu pfeifen wie im Titelstück oder bewusst (?) schief zu singen, lässt Waviges wie 'Night Angel' ebenso gelten wie den vom Titel her passenden Doomer 'Candlemess' und spielt sowohl im kurzen Zwischenstück 'Forever' als auch bei 'Knowing' (schleppendes Glanzlicht) mit akustischen Elementen.
Mit den flotten Post Punkern 'Made Of Lies' und 'Matter Over Mind' sowie dem Mini-Epos 'Pillow Of Silence' stehen drei klare Highlights im Vordergrund, wohingegen man sich wie gesagt an das spleenige Drumherum gewöhnen muss.
FAZIT: Wer Individualität gegenüber Perfektion bevorzugt, ist bei diesem Projekt an der richtigen Adresse und entdeckt in “Ruins” vielleicht eine eigensinnige Perle – nichts für jedermann, das aber dafür konsequent und mit erstaunlichem Gespür für gute Songs versehen.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 19.06.2015
Solanum
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22.05.2015