Produzent Dave Curran und Mischer Andrew Schneider (beide auch mit UNSANE und zuletzt PIGS am Werk) verbürgen sich gewissermaßen für den Sound von "Waste", als müssten SOFY MAJOR noch irgendjemandem beweisen, dass sie eine waschechte Noise Rock Band der Oberklasse sind. Die Franzosen haben mit ihrem neuen Album Pflichtstoff für Freunde von HARVEY MILK oder BIG BUSINESS geschaffen, wie sie selbst treffend hinsichtlich ihrer Einflüsse angeben.
"Waste" kratzt und beißt, verzichtet aber zugunsten enorm griffiger Songs auf chaotische Anwandlungen, was die Franzosen bis zu einem gewissen Grad am HELMET-Zenit kratzen lässt. Die kurz gehaltenen Kompositionen kommen der Band dabei zugute, wobei sich das Auf und Nieder von "Turning Point" und das hämmernde "Infinite Pill Case" als Highlights herauskristallisieren, letzteres mit einer ganz leichten Note der härtesten KILLING JOKE.
Außer Konkurrenz rangiert im Übrigen das Coverstück "As Happy As", im Original von ihren Landsleuten LES THUGS, mit dem SOFY MAJOR ihr eigenes melodisches Feingefühl ein Stück weit herunterspielen; solches Hit-Potenzial haben sie dann halt doch (noch) nicht.
FAZIT: Toller Noise Rock der nicht zerstörerischen Sorte, sondern vielmehr konstruktiv und mehrheitsfähig, ohne bewusst auf den Konsenz zu schielen. Guter Shit.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 24.10.2015
Solar Flare / Broken Silence
35:10
30.10.2015