Perfekte Zielgruppenbedienung liefern die SOIFASS aus Berlin auf ihrem vierten Album, das zum 15-jährigen Bandjubiläum erscheint, ab. "Auf blinder Fahrt" hat kraftvollen, zumeist flotten Streetpunk zu bieten, der zwar simpel strukturiert sein mag, aber weit davon entfernt ist, schlecht gemacht zu sein. Der Sound ist angemessen roh, aber trotzdem sind die Songs gut in Szene gesetzt, besonders überzeugend ist der kräftige Gesang, der von bloßem Herumgebrülle weit entfernt ist.
Über weite Strecken wird das Gaspedal durchgetreten, nur ab und zu lässt man es etwas weniger punkig und dafür rockiger angehen. Die SOIFASS bleiben sich aber treu und driften nicht in vielleicht erfolgversprechendere Deutschrock-Gefilde ab. Gut so. Ein bisschen Ska darf nicht fehlen und wird in "Grossstadtwahnsinn" eingeflochten, einem Hit über die Veränderungen in Berlin und im eigenen Kiez, die natürlich nicht gerade positiv gewertet werden. Textlich geht es weitestgehend unpolitisch zu und man erzählt den Leuten, was sie hören wollen. Es geht darum, seinen Arsch hoch zu kriegen, sich von nichts und niemandem unterkriegen zu lassen, um Freunde und Beziehungen oder um Ausgrenzung. Standardlyrik für diese Musik also, die aber unpeinlich rüberkommt. Besonders gelungen ist der Text zu "Geliebt gelebt vergessen", in dem es um einen Musiker geht, dessen Stern nach kurzem Erfolg schnell wieder untergeht - auch "dank" der Verführungen, die der Erfolg so mit sich bringt.
Musikalisch wird in "Gehisste Segel" mit Country herumexperimentiert, zum Ende gibt es mit "SOTR", was für "Skinheads On The Rampage" steht, eine gelungene Coverversion. Und weil bis auf das nicht so richtig funktionierende "Endlich still" die Songs auch durchgehend mindestens gut sind, kann man "Auf blinder Fahrt" der Zielgruppe nur empfehlen.
FAZIT: Gut gemachter, schnörkelloser Streetpunk.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 06.02.2015
Stino
Viktor, Danilo
Danilo, Viktor
Fabi
Sunny Bastards/Soulfood
36:53
06.02.2015