Die Geschichte von SORCERER ist szenetypisch voller Irrungen und Wendungen, Ein- und Ausstiegen, bekannter Musiker, Stilllegungen und Neuanfängen – geschenkt. Wichtig ist nur eins: „In The Shadow Of The Inverted Cross“ ist ein fantastisches Feuerwerk epischen Melodic Doom Metals geworden. Dank der Initiative von John Perez (SOLITUDE AETURNUS), der die frühen Demos als CD wiederveröffentlichte sowie Oliver Weinsheimer (Keep It True, Hammer Of Doom), der SORCERER von einem ersten Liveauftritt überzeugen konnte, kamen die Schweden nach fast 20-jähriger Pause wieder auf die Beine und auf die Bühne.
Und es wäre eine Schande gewesen, wenn die Welt nicht „In The Shadow Of The Inverted Cross“ zu hören bekommen hätte. Mit Anders Engberg verfügt man über einen fantastischen Sänger, der den Vergleich zu Robert Lowe (SOLITUDE AETURNUS, CANDLEMASS), Thomas Vikström (CANDLEMASS) oder Tony Martin (BLACK SABBATH) nicht scheuen braucht. Musikalisch können in diesem Segment Vergleiche mit den genannten, ehemals führenden Epic-Doombands aus Schweden und den USA kaum ausbleiben, und so finden sich auch bei SORCERER fast zwangsläufig Elemente des Sounds von CANDLEMASS und SOLITUDE AETURNUS. Dazu gesellen sich Klänge, die man auch bei RONNIE JAMES DIO oder BLACK SABBATH zu „Headless Cross“-Zeiten hätte finden können.
Alles in allem finden SORCERER einen ausdrucksstarken Weg zwischen reiner Doom-Lehre mit tonnenschweren Arrangements, die zähflüssig und intensiv daherkommen, die immer wieder mit Weltklasse-Melodien und eingängigen Refrains versehen werden, die mit regelmäßigen Ausflügen ins Epische sowie gelegentlich ins explosiv-melodische Fach punkten – eben irgendwo verortet zwischen CANDLEMASS, „Headless Cross“ und DIO.
FAZIT: In Zeiten wie diesen ist es nicht ungewöhnlich, dass eine Band erst nach deutlich mehr als 20 Jahren ihr Debütalbum veröffentlicht – wohl aber ist ungewöhnlich, wenn das Debüt eine dermaßen außergewöhnliche Qualität aufweist wie „In The Shadow Of The Inverted Cross“. Kaufen!
Punkte: 13/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 20.03.2015
Johnny Hagel
Anders Engberg
Kristian Niemann, Peter Hallgren
Robert Iversen
Metal Blade
54:05
20.03.2015