Ja, auch das zweite SPITFIRE-Album ist unoriginell auf gehobenem Niveau und bietet einfachen Gemütern das, was sie möchten: abgedroschene Musik und Lyrics, Klischees zum Abwinken und dabei genügend Sympathie auf der Seite der Macher (abgesehen vielleicht von ihren idiotischen Namen), um "Welcome To Bone City" nicht in der Luft zu zerreißen.
Die deutsche Band (muss man eigentlich nicht erwähnen, weil US-Muzak so hörbar bieder nur hierzulande imitiert wird) verflicht hausgemachten Metal, ein bisschen Rockabilly und staubige Americana wie in "Battlefield" (oberflächlich behandelt, eigentlich nicht der Rede wert und hörbar kein direkter Einfluss) zu einem ausdrücklich nicht eigenständigen Gemisch, das Label wie Gruppe gerne mit VOLBEAT vergleichen, ohne sie kopieren zu wollen … Schon klar, aber die Gegenüberstellung hinkt sowieso, auch wenn beide Combos eine ähnliche Klientel ansprechen, die feist produziert und sehr heavy ausgerichtete Stücke ("Queen Of The Night") ohne Tiefsinn zum einfachen Spaßhaben schätzt.
Die Songs von SPIRTFIRE lassen sich im Alternative-Konsens verorten und könnten ungeachtet ihrer "Bones, boobs 'n' booze"-Bildersprache von jeder Neogrunge-Truppe verbrochen worden sein. Dabei schwimmen die drei Macher aber immerzu im thematisch Seichten, wo man bekanntlich nicht untergeht. Ihre "Here we go"-Animationstexte mit Refrains, die alle Dumpfbacken mitgröhlen können, hinterlassen den Hörer gleichgültig, statt irgendwie zu berühren … was auch für "Welcome To Bone City" als Gesamtwerk gilt: vorhersehbar von vorne bis hinten, angefangen bei den Reimen über die musikalischen Floskeln hinweg bis zu den Songstrukturen insgesamt.
FAZIT: 15 gleichförmige Songs, spielerisch nicht sonderlich spritzig und auf heitere Mobilmachung gebürstet - das ist "Welcome To Bone City", ein um Authentizität bemühtes Kommerzrock-Album auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner, damit es auch der Letzte kapiert. SPITFIRE machen das Ganze gut, sind aber letztlich so aufregend Schluck stilles Wasser und nicht ansatzweise so tief wie deren Mehrzahl.
Punkte: 6/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.05.2015
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10.04.2015