Zurück

Reviews

Stormlord: Mare Nostrum (Re-Release)

Stil: Symphonic "Black" Metal

Cover: Stormlord: Mare Nostrum (Re-Release)

Ob man ein aktuelles Album der unverbesserlichen Italiener STORMLORD rezensiert oder ebendieses vierte als Wiederveröffentlichung mit Bonusmaterial ist eigentlich unerheblich, denn die Gruppe ist im Guten wie Schlechten entwicklungsresistent und betreibt allenthalben Feinabstimmung. Auf "Mare Nostrum" aus dem Jahr 2008 deutet sich an, wozu sich die Gruppe hinterher mehrere Jahre Zeit ließ, um es auf "Hesperia" in stärkerer Form weiterzuführen.

Diese Version enthält die vier Stücke eines Demos von 2007 und das Titelstück noch einmal als gefällige Live-Version aus einer Radiosendung. Das Album selbst ist ein Paradebeispiel für orchestralen Metal mit Schreigesang (Black Metal möchte man das nicht mehr nennen) und sticht weite Teile der Konkurrenz aus, gerade aufgrund der geschmackvollen Arrangements ohne allzu vordergründigen Pomp. Ricardo Studder (auch LORD VAMPYR, OPUS MALEDICTA) hat mit Metal wenig am Hut und weiß ihn allenthalben trefflich mit seinen Keksdosen-Partituren zu umarmen, doch genau dies zeichnet STORMLORD aus: Die Gruppe vereint tatsächlich beide Komponenten, statt nur eine solche aus dem Metal-Bereich zu sein, die mit Klassik-Versatzstücken spielt.

Auf "Mare Nostrum" halten sich Soundtrack-würdige Kompositionen wie das Titelstück oder "Stormlord" die Waage mit kompakten Antreibern wie dem modern elektronisch verbrämten Quoten-Goten "Neon Karma" und derben Rasern wie "And The Wind Shall Scream My Name", das aufgrund seiner Melodien mit Wind-im-Haar-Charakter südländisches War-Metal-Flair versprüht. Ob dieses Re-Release unbedingt sein musste, sei dahingestellt, aber ob in diese oder der alten Form aufgetischt schmeckt "Mare Nostrum" jedem Fan von Synthesizer-Metal fürs nächste Horror-Rollenspiel wunderbar.

FAZIT: Geschichtsbewusstsein in den Texten hin oder her, STORMLORD sind vor allem beste Unterhaltung für die Fantasy- und SciFi-affine Klientel unter den Musikhörern und von einer belächelten Truppe zu einer eigenen Marke avanciert, die man nicht unterschätzen sollte. Neulinge greifen gleich zur immer noch aktuellen Scheibe von 2013, Kenner haben die hier schon oder holen den Kauf nun nach.

Erschienen auf www.musikreviews.de am 10.06.2015

Tracklist

  1. Mare Nostrum
  2. Neon Karma
  3. Legacy of the Snake
  4. Emet
  5. The Castaway
  6. Scorn
  7. And the Wind Shall Scream My Name
  8. Dimension: Hate
  9. Stormlord
  10. Neon Karma (Demo 2007)
  11. Mare Nostrum (Demo 2007)
  12. Legacy of the Snake (Demo 2007)
  13. Dimension: Hate (Demo 2007)
  14. Mare Nostrum (Live on Radio 2014)

Besetzung

  • Bass

    Francesco Bucci

  • Gesang

    Cristiano Borchi, Gianpaolo Caprino

  • Gitarre

    Gianpaolo Caprino, Andrea Angelini

  • Keys

    Riccardo Studer, Gianpaolo Caprino

  • Schlagzeug

    David Folchitto

Sonstiges

  • Label

    Trollzorn

  • Spieldauer

    65:23

  • Erscheinungsdatum

    29.05.2015

© Musikreviews.de