Splits sind im Black Metal nie weg gewesen, und im Fall dieser aktuellen bleibt sogar die Gestaltung eine Fleißarbeit aus der alten Schule. auf Auf 300 Stück limitiert in anachronistischem ud leicht schäbig wirkendem Schwarzweiß-Design präsentieren sich zwei deutsche Bands der passenderweise konservativen Art, ohne hohe Wellen zu schlagen. Die Basis weiß das aber sicherlich zu begrüßen, obwohl ...
Irgendwie mutet die Musik beider Bands überkommen an und wäre schon zu Hochzeiten des Genres verzichtbar gewesen. Den Anfang machen STREAMS OF BLOOD mit ehemaligen Muckern DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT, FLESHCRAWL und DER WEG EINER FREIHEIT. Das liest sich spannender, als es sich anhört. Die Bayern versprühen nordische Kühle nur im Ansatz und schwingen vor allem gerne die grobe Kelle der Panzer fahrenden MARDUK, aber mit Hinblick auf den gegenwärtigen Status quo der Metal-Szene bleibt das Ganze recht aussagelos - Fan-Mucke eben, während die echten Strippenzieher viel weiter sind.
Nach einem unerheblichen Intro legen dann CHANT OF BLASPHEMY aus Stuttgart los. Die Band setzt sporadisch Keyboards ein und ist einen Tick melodischer als ihre Kollegen, aber genauso wenig markant, zumal vom Tempo her noch unbeweglicher, nämlich immerzu forsch, wo bei STREAMS OF BLOOD mitunter der Bleifuß gezeigt wurde. Das unnatürlich tackernde Schlagzeug ist beiden Bands gemein, der Mief des Entbehrlichen auch. Szene-Allesfresser und betriebsblinde Nostalgiker finden aber bestimmt etwas Kultiges hieran.
FAZIT: Deutscher Black Metal, der auch aus der Zeit stammen könnte, da sich die Abründe von Schrott-Labels wie Last Episode gerade schlossen und landesweit "Ernst" in der Szene aufkam, ist auf dieser Split zu hören. Von relevanter Musik kann man in keinem Fall bei dieser oder jener Band sprechen, aber der Hauch des Provinziellen hat für manchen ja auch etwas für sich, richtig?
Erschienen auf www.musikreviews.de am 03.02.2015
Folter
27:33
09.01.2015