Blinding Sparks haben eine derbe Achillesferse: Sänger Jérémy, der den soliden (Piano-)Rock seines Terzetts latent herunterzieht. Der Mann nölt sich einen zurecht, dass es nicht mehr feierlich ist, und umso unglücklicher, dass "Renaissance Inspide" - in der Deluxe-Version um eine weitere EP mit Demos und alternativen Versionen von Kompositionen der Franzosen - in seiner Gesamtheit stark auf die Stimme zugeschnitten ist.
Das Varieté-mäßige "La complainte de Jack" wird dadurch nachgerade unerträglich, wohingegen die beiden angehängten Instrumentalfassungen der ersten beiden Stücke andeuten, welches (orchestrales) Potenzial in BLINDING SPARKS steckt. Mit diesem übermotivierten, gezierten Frontmann ist allerdings kein Krieg zu gewinnen.
Wer darüber hinwegsehen kann, mag sich auf eine Art Kitsch-Rock (muss nicht negativ gemeint sein) einstellen, quasi eine Light-Version der ganzen Bombast-Metal-Bands im leicht alternativ klingenden Gewandt. PAIN OF SALVATION haben das in ihrer Hochphase perfektioniert, und davon sind BLINDING SPARKS wie gesagt meilenweit entfernt.
FAZIT: Wer kennt den feinen Unterschied zwischen Klebrig und Kunstvoll, QUEEN und Quark/Qual? Falls niemand - nach dem Hören von "Renaissance Insipide" ("fade" im wahrsten Sinn des Titels) seid ihr schlauer.
Punkte: 5/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 30.10.2016
Claude Hilpert
Jérémy Conrad
Jérémy Conrad
Jérémy Conrad
Nicolas Kieffer
Dooweet
20:06 + 15:18
07.10.2016