BUFFALO SUMMER sind Buddies von UGLY KID JOE, aber wesentlich traditioneller aufgestellt, wie schon ihr Bandname andeutet. Tatsächlich stammen die Jungs aus Südwales, wobei man sich fragt, wie um alles in der Welt sie auf Büffel kamen, als sie nach einem Namen suchten, doch sei's drum: Ihr zweites Album bietet - es liegt nahe - Briten-Bluesrock Marke CREAM ("Levitate") vereint mit dem Souther-Zeug von THE BLACK CROWES, und zwar in idealer Form.
Nach dem ungewohnt verhaltenen Opener "Money" entfaltet sich ein breites Spektrum von funky Stoff wie "Little Charles" über treibende Rocker im Sog von BUFFALO SUMMERS Nachbarn THUNDER in deren Frühphase (mal wieder "Backstreet Symphony" einwerfen …) bis zu einer besonders starken Schlusssektion, die wohl noch nie die Norm dargestellt hat, seitdem es das Format Musikalbum gibt. Ausschussware? Fehlanzeige.
"Make You Mine" wird wohl nicht nur deshalb zum Sommerhit 2016 unter Szenegängern, weil Frontmann Andrew ebendiese Jahreszeit erwähnt, sondern kommt auch so ähnlich gut abgehangen und sonnig daher wie einst der "Summertime Blues" von Eddie Cochran, bloß eben im klanglich eher modernen Gewand. Damit stehen BUFFALO SUMMER im Fahrwasser von THE TEMPERANCE MOVEMENT, THE ANSWER oder den gleichwohl metallischeren BLACK STONE CHERRY, die ihre Wurzeln vor einer neuen Generation von Rockfans freilegen, um dem Genre sowohl neues Leben einzuhauchen als auch Traditionen fortzuführen, die offensichtlich niemals nur einen Hauch ihres Reizes verlieren können.
FAZIT: File under … ach was, lassen wir das, denn BUFFALO SUMMER sind eine liebens- wie Majorlabel-würdige Band im Geiste der Nachlassverwaltung, die momentan so einige betreiben, und welcher Name draufsteht, ist letztlich egal, denn wer nicht genug von FREE, GRAND FUNK RAILROAD und wie sie alle heißen kriegt, erfährt hier Befriedigung im vollen Umfang.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 18.05.2016
Darren King
Andrew Hunt
Jonny Williams
Gareth Hunt
UDR
54:34
20.05.2016