Für “Abyssinia” greift MOS GENERATOR-Kopf Tony Reed auf eine komplett neue Hintermannschaft zurück. Gleichzeitig streckt sich der Mann, dem die Songs nur so aus den Fingern sprudeln, stilistisch weiter aus, was dem Hörer zugutekommt, der sich auf ein im Sinne des Alternative der 90er schrankenloses Rockalbum freuen darf.
Neben für die Band typischen Schoten wie dem Opener ‘Strangest Times’ (Reed soliert mal wieder um sein Leben) und dem treibenden ‘Red Canyons’ gibt es Wunderlichkeiten wie das an Bob Moulds Schräg-Pop erinnernde ‘Catspaw’ und den Westcoast-Blues ‘Wicked Willow’ zu hören, auch wenn am Ende das psychedelische ‘There’s No Return From Nowhere’ hervorsticht.
Mit diesem Grenzgang an den Prog-Rand attestiert sich die Band selbst eine aussichtsreiche Zukunft, in der alles geht und doch vom ersten Ton an erkennbar bleibt, wer da musiziert, nämlich …
FAZIT: … eine Ausnahmeerscheinung nach wie vor, dieser Tony Reed, weshalb viel mehr Menschen auf ihn aufmerksam werden müssten.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.08.2016
Sean Booth
Tony Reed
Tony Reed
Jon Garrett
Listenable / Edel
46:43
15.07.2016