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Rockenbolle: Alles kann nichts muss

Stil: Hard Rock

Cover: Rockenbolle: Alles kann nichts muss

Dieser selbsternannten Cowboys aus der Hölle reichen nach zehnjährigem Herumdümpeln im lokalen Underground überregional ihr Debütalbum ein. Enthalten ist dem Namen entsprechend deutschsprachiger Hardrock mit den typischen Eigenheiten, die längst zu Allgemeinplätzen geworden sind - vor allem optisch in Hinblick auf Schädel, Kartenspiele und dergleichen. Noch Fragen? Ja, wo sind die Hotrods, Schmalztollen und Girls?

Spaß beiseite, die Hamburger zeigen sich textlich sogar unverhofft kritisch in Bezug auf Gesellschaft und Alltag, wenngleich sie nicht ausgesprochen tief schürfen und auch nicht vor Pathos (die einschlägigen Namen zum Vergleichen ersparen wir uns an dieser Stelle) gefeit sind. Spielerisch stehen ROCKENBOLLE dann eher im Zeichen von AC/DC oder ROSE TATTOO und allen Rattenschwänzen, die sie sich im Laufe der Jahrzehnte gezüchtet haben

Der kernige Opener und Titelsong fungiert als Aufhänger des für diese Stilistik doch sehr bunden Reigens (übrigens ist 'Nichts ist für die Ewigkeit' keine Coverversion von BÖHSE ONKELZ), für den man wiederum den Einpeitscher 'Lieblingsmensch' als Vorzeigestück herausstellen darf. Hervor sticht definitiv auch das niveauvolle Gitarrenspiel, denn Krille hat seinen Helden verinnerlicht. Das Geschoss 'Pik As', wofür - natürlich - MOTÖRHEADs 'Ace Of Spades' und ähnliche Tracks als Blaupausen fungierten, legt deutlich Zeugnis davon ab. Bei ROCKENBOLLE wird nicht dumm gerifft, sondern Überschallblues gespielt … sozusagen.

Dies hebt die Hanseaten letztlich aus dem Wust deutscher Doofkopp-Rocker hervor, denn hier geht es um coole Roots-Musik, nicht irgendwelche Befindlichkeiten. Das ist zwar oberflächlich (musikalisch eben nicht!), aber Goodtime-Stoff im besten Sinn. Die Produktion wäre noch ausbaufähig.

FAZIT: Hardrock vor allem australischer Provenienz ist ROCKENBOLLEs Metier. Checkt sie an, wenn ihr nichts gegen muttersprachliche Texte habt (die ohnehin nicht sonderlich ins Gewicht fallen).

Punkte: 9/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 30.12.2016

Tracklist

  1. Alles kann nichts muss
  2. Nie genug
  3. Cowboys aus der Hölle
  4. Nichts ist für die Ewigkeit
  5. Kugelfang
  6. Lieblingsmensch
  7. Zeit ist Gold
  8. Blender
  9. Mieses Karma
  10. Ich gegen mich
  11. Kopfnicker
  12. Pik As
  13. Kolumbus

Besetzung

  • Bass

    Olli

  • Gesang

    Olli, Krille

  • Gitarre

    Krille

  • Schlagzeug

    Kay

Sonstiges

  • Label

    Eigenvertrieb

  • Spieldauer

    47:40

  • Erscheinungsdatum

    02.12.2016

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