Spleenige Besetzung, spleenige Musik. Hier klingt zwar manches nach Gitarren, doch tatsächlich ergibt sich der schroffe Sound von SPOOK - ihre Bandcamp-URL spricht in Sachen in Hinblick auf den Zusatz "noise" hinterm Bandnamen Bände - aus synthetischen Klangerzeugern, oft verfremdeter Geige und krachigem Schlagzeug.
Das Trio versteht sich hörbar als Experimentierfeld, und wenn rein instrumentale Musik per se immer sperriger anmutet als "konventionelle" mit Gesang, schlagen SPOOK dem Fass endgültig den Boden aus, denn vieles auf diesem Album ist tatsächlich nur das: Lärm
Gebrummel (Stimmsamples?), Kratzgeräusche und scheppernde Becken bestimmen beispielsweise das Titelstück und selbst weite Teile des in drei Segmente getrennten "Grand Parade In Bottens", wobei sich der Eindruck des Ungenießbaren bereits nach spätestens fünf Minuten einstellt. "Blurred Head And Scrambled Eggs" ist im Grunde nicht als Musik an sich hörbar, sondern etwas, das man im englischsprachigen Raum als "novelty" bezeichnen würde. Effekthascherei, ein Kuriosum, nichts weiter.
Rhytmik und Melodik gehen SPOOK gänzlich ab, Songwriting fand nicht statt, hier wurde nur improvisiert, ohne sich an harmonische Traditionen welches Kulturkreises auch immer zu halten. Das kann jeder, der noch nie ein Instrument in der Hand hatte.
FAZIT: Mist.
Punkte: 1/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 08.07.2016
Dominic Frey
Coralie Lonfat (Electronics), Jamasp Jhabvala (Geige)
Atypeek
44:23
13.07.2016