Mit ihrer rock 'n' rolligen, aber selten poppigen Punk-Lesart stehen STIFFY JONES im Geiste melancholischer US-Vertreter wie den neueren BAD RELIGION oder dem ebenfalls nicht mehr jugendlichen Schaffen von Walter Schreifels. "Narrow Road Of Memories" schippert mitunter gar mit Orgel-Sounds ('Disconnect Me') am Heartland Rock, obwohl die Gruppe aus Schweden kommt, wo man (höre etwa MILLENCOLIN) einen ganz anderen Punk-Klang fährt.
Wie dem auch sei, das Quartett schreibt teilweise regelrecht herzergreifende Stücke mit zackiger Rhythmik, die in diesem Fall dann stark an PROPAGANDHI erinnert, gleichwohl deren politischer Zynismus nicht aufgegriffen wird. "Narrow Road Of Memories" widmet sich inhaltlich vielmehr persönlichen Themen, wo eine leicht folkige Ader hier und dort nicht zu verhehlen ist.
Die Band beherrscht das straight ruppige Metier ('Ken Lee') genauso wie die (relativ) epischere Form, was sich etwa im großen Finale 'Circus' widerspiegelt, das sich Liebhaber der Stilistik zuallererst zu Gemüte führen sollten. Alles in allem handelt es sich bei "Narrow Road Of Memories" nämlich um nichts weniger als …
FAZIT: … ein emotional authentisches, teils intimes Punk-Rock-Album der neuen melodischen Schule. STIFFY FINGERS gehören über ihren skandinavischen Horizont hinaus auf Tournee gejagt, denn nicht nur die Amerikaner dürften das hier schlucken wie Wasser nach einem Wüstenmarathon.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 14.11.2016
Janne Reijonen
Johan Keskitalo, Calle Odd Sällström
Johan Keskitalo, Calle Odd Sällström
Patrik Hillerhag
Sound Pollution
40:12
14.10.2016