Dieser Einstand wurde spontan aus der Taufe gehoben und hört sich eben deshalb in besten Sinne ungezwungen an: Die Mitglieder von STRAY TRAIN fanden sich zum lockeren Covern von Blues-Nummern in diversen Clubs ihrer Heimat Slowenien ein und hatten dabei so viel Spaß, dass sie es ernster angehen lassen wollten und eigene Stücke schrieben. Herausgekommen ist ein Album mit Bandwurmtitel, das in seiner ruppigen Art auch Metaller mit Vorliebe fürs Blaue betören könnte.
Ausgehend vom swingenden Opener "Soulseller" entfaltet sich ein Stoner-lastiges und Genre-treues Stilspektrum, in dessen Brennpunkt Frontmann Luka Lamut mit seiner expressiven Stimme steht. Während das piekfeine "Wander Man" an einen simpler gestrickten Joe Bonamassa erinnert, zeichnet sich das Gros der Stücke durch eine erfreulich rohe Energie aus, die STRAY TRAIN bei aller optischen wie spielerischen Konformität aus ihrer Szene hervorstechen lässt.
Unter den Highlights der mit holländischer Hilfe klanglich in Szene gesetzten und sehr "live" anmutenden Tracks befinden sich mit der Hymne "Green Card Paradise" und dem SPIRITUAL BEGGARS würdigen Orgler "Plastic Princess" mindestens zwei, die einen lauen Sommer 2016 versüßen werden.
FAZIT: Die Slowenen STRAY TRAIN bestechen auf "Just 'cause You Got The Monkey Off Your Back Doesn't Mean the Circus Has Left Town" nicht unbedingt durch Originalität oder Tiefgang, bieten dafür aber zackigen wie spielfreudigen Blues Rock, der sich in jeder Hinsicht trefflich in Genre-Sammlungen einfügt. Live sicherlich noch eine Spur unterhaltsamer.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 13.06.2016
Niko Jug
Luka Lamut
Jure Golobic, Boban Milunovic
Luka Cade
SAOL / H'art
35:27
17.06.2016