Nach zwei Alben, mehreren Singles und EPs reichen STRUGG ein weiteres Kurzformat ein (es gilt ebenfalls als Longplayer, aber egal), mit dem sie ihren elektronisch-analogen Mischstil ein Stückchen weiter verfeinern. das französische Duo lässt sich schwerlich genau irgendwo einordnen, aber umso besser …
Die Einflüsse der beiden Herren mögen bei NINE INCH NAILS respektive MARILYN MANSON und PRODIGY liegen, aber davon abgesehen, dass Rock und Electro in ihrer Musik miteinander einhergehen, hört man diese Referenzen nicht anhand von eindeutigen Zitaten heraus. Das Ethos mag das gleiche sein wie bei den Amerikanern bzw. Briten, aber STRUGG klingen auf ihre Art unberechenbar und dankenswerter Weise niemals formelhaft.
Die bauchigen Minimal-Gitarrensolos lassen an Indie-Kram à la DINOSAUR JR., bloß in einem völlig anderen stilistischen Feld. Davon legt das ansonsten monotone '3 Stories' ebenso Zeugnis ab wie das Material der Digital-EP "Disorders In Progress", das auszugsweise die zweite Hälfte der Scheibe füllt. 'Das fette Dust & More' erweist sich dabei als Mini-Hit Marke HELMET light, denn um an Page Hamilton und Co. heranzureichen, bräuchen STRUGG eine sattere Produktion. Wer weiß, was da in Zukunft noch geht, sollten sich die richtigen Knöpfedreher für das Projekt erwärmen?
FAZIT: Mitunter etwas behäbiger Alternative Rock mit leichen Electro-Spitzen. STRUGG sind noch keine brillanten Songwriter und werden es vielleicht auch nie, da sie ja nicht gerade Newcomer genannt werden können. "Flood" ist trotzdem ein schmissiger Zwischendurch-Teller auf diesem Feld geworden.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.11.2016
Vincent Delcourt
Manu Dupuis
Vincent Delcourt, Manu Dupuis
Eigenvertrieb
34:34
07.10.2016