Was ein paar Minuten weniger so alles ausmachen ... SUPER VINTAGE gefallen über die Distanz einer knappen Stunde wesentlich besser, als wenn sie wie auf "Rock‘n‘Roll For Your Soul" zu viel Bluesrock fürs Geld bieten. Ihre hier zusammengefassten 2015er Kompositionen geben obendrein eine Entwicklung zu mehr Variabilität zu erkennen, insbesondere bei Frontmann Stavros Papadopoulos.
Dessen Stimme hat an Ausdrucksstärke gewonnen, was das gebotene Material zugleich atmosphärisch abwechlsungsreicher macht. Der Sänger kann glaubwürdig Sehnsucht bezeugen wie bereits im deshalb umso ungewöhnlicheren Opener (normalerweise wird vorneweg ja gerne gefetzt) oder während des original nach Südstaaten klingenden "Holy Ground", sich aber eben auch kämpferisch zeigen wie im sehr fetten "Wounded Horse", dem Signaturstück voN SUPER VINTAGE zumindest auf dieser Platte.
Der Orgel-Einsatz an einigen Stellen ("Seize the Day") tut dem Quartett ebenfalls gut, bloß hätte es das eine oder andere Mal auf die Tube drücken können, denn "Salvation Road" - der Titel mag es bereits andeuten - ist überwiegend getragener Natur. Die hörbar liebevoll komponierten Stücke werden dadurch nicht schlechter, aber so vielfältig sich die Stimmung auch gestaltet: Ein klein bisschen hätte die Band schon unverfroren Frohsinn versprühen können ... oder ist die Lage in Hellas wirklich andauernd bescheiden?
FAZIT: Überdurchschnittlicher Bluesrock mit allen Schikanen, dem man seine Herkunft nicht anhört, im Guten wie Schlechten - Was SUPER VINTAGE an Originalität einbüßen, machen sie in ihrem Bereich mit Spielfreude und unverkrampfter (Ami-)Authentizität wett.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 15.03.2016
Giorgos Filopelou
Stavros Papadopoulos
Stavros Papadopoulos, Panagiotis Zabourlis
Lazaros Simitsis
Grooveyard / Just For Kicks
57:10
18.03.2016